Neue Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Zahl der älteren Arbeitnehmer deutlich angestiegen

Stand: 03.04.2013 16:25 Uhr

Ältere Arbeitnehmer an einer Werkbank
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Ältere Arbeitnehmer an einer Werkbank

Die Zahl der älteren Arbeitnehmer hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Das geht aus einer neuen Statistitik der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Demnach waren im September 2012 fast 1,484 Millionen Menschen im Alter zwischen 60 und 65 Jahren einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgegangen. Das waren 12,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Noch deutlicher ist der Anstieg auf längere Sicht: Innerhalb von fünf Jahren habe sich die Zahl der Beschäftigten in dieser Altersgruppe um 81,7 Prozent erhöht.

"Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg", sagte dazu ein Sprecher des Bundesarbeitsministeriums. Mit Blick auf die in mehreren Schritten geplante Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre gebe es aber noch Handlungsbedarf, etwa bei altersgerechten Arbeitsplätzen oder der beruflichen Qualifizierung von Älteren. "Wir sind noch nicht am Ende des Ziels", räumte der Sprecher ein.

DGB sieht weiter Handlungsbedarf

Handwerkspräsident Otto Kentzler wertete die Daten als Beleg dafür, dass sich Unternehmen zunehmend auf die Belange älterer Beschäftigter einstellten. "Immer mehr Betriebe sorgen mit Qualifizierungen dafür, dass das Wissen auf dem neuesten Stand bleibt", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Gerade im Handwerk benötigten die Betriebe die Erfahrung älterer Arbeitnehmer.

Unbestreitbar ist jedoch auch, dass Ältere - wenn sie ihren Job verlieren - es erheblich schwerer als Jüngere haben, wieder eine Arbeit zu finden. Das Arbeitsministerium appellierte daher an die Arbeitgeber, Ältere zu halten, da in Zeiten des Fachkräftemangels nur schwer Ersatz für sie zu bekommen sei.

Für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) liegt die Zahl der älteren Beschäftigten trotz der Zunahme aber immer noch auf niedrigem Niveau. Nur jeder Dritte in der Altersgruppe über 60 Jahre sei sozialversicherungspflichtig beschäftigt, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. In der Altersgruppe 25 bis 50 Jahre liege der Anteil dagegen doppelt so hoch.Weitere 470.000 Menschen zwischen 60 und 65 Jahren hätten nur einen Minijob.

Dass dennoch die Zahl der älteren Arbeitslosen zuletzt steigende Tendenz aufwies, erklärt die Bundesagentur für Arbeit mit dem Abbau staatlich gestützter Programme zur Frühverrentung: Jene, die früher solche Regelungen in Anspruch nahmen, tauchen nun als Arbeitslose in der Statistik auf.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 3. April 2013 um 14:36 Uhr.

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