Zwei Männer sind auf dem Weg zur Agentur für Arbeit.  | dpa

Statistik für Oktober Arbeitslosenzahl sinkt auf 2,76 Millionen

Stand: 29.10.2020 10:41 Uhr

Trotz Corona-Krise zeigt sich der Arbeitsmarkt recht stabil: Im Oktober fiel die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum Vormonat um 87.000. Laut Bundesagentur für Arbeit zeigen sich aber deutliche Spuren der ersten Pandemie-Welle.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist ungeachtet steigender Corona-Infektionszahlen im Oktober vor allem saisonbedingt noch einmal zurückgegangen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit waren im Oktober 2,760 Millionen Menschen arbeitslos, 87.000 weniger als noch im September.

Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zum September um 0,2 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent. Im September waren bundesweit 2,847 Millionen Menschen ohne Job - 108.000 weniger als im Vormonat.

"Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Oktober kräftig gesunken", sagte BA-Chef Detlef Scheele. Auch gebe es weniger Kurzarbeit. "Nach wie vor zeigen sich am Arbeitsmarkt aber deutliche Spuren der ersten Welle der Corona-Pandemie." So liegt die Arbeitslosenzahl um 556.000 höher als im Vorjahresmonat.

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Der Arbeitsmarkt im Oktober 2020

Die Oktober-Statistik bildet jedoch bisher nicht die möglichen Auswirkungen der rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen von Mitte Oktober an ab. Der Stichtag für die Datenerhebung der Bundesagentur liegt jeweils etwa Mitte des Monats, der starke Anstieg des Infektionsgeschehens setzte großteils erst danach ein.

2,58 Millionen Arbeitnehmer mit Kurzarbeitergeld

Auch die Zahl der Kurzarbeiter in Deutschland ist im Sommer weiter zurück gegangen. Nach Angaben der Bundesagentur hatten Betriebe im August für 2,58 Millionen Menschen Kurzarbeit angemeldet. Auf dem Höhepunkt der ersten Corona-Welle im April hatte die Zahl noch bei knapp sechs Millionen Menschen gelegen.

Die Inanspruchnahme habe seitdem sukzessive abgenommen, so die Bundesagentur. Von 1. bis 25. Oktober sei noch einmal für 96.000 Personen Kurzarbeit angezeigt worden. Erfahrungsgemäß erweist sich tatsächliche Zahl der Kurzarbeiter aber meist als kleiner als die Zahl der Anzeigen.

"Einbruch, aber kein Zusammenbruch"

Die ab Montag geplanten neuen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie entsprechen laut BA-Chef Scheele keinem Lockdown. Anders als im Frühjahr blieben Schulen und Kitas wie auch der Einzelhandel geöffnet. "Es wird zu einem Einbruch am Arbeitsmarkt führen, aber nicht zu einem Zusammenbruch", sagt Scheele. Die BA hoffe, im Dezember an die positive Entwicklung im Oktober wieder anknüpfen zu können. In diesem Monat waren Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit laut BA kräftig gesunken. "Ein positiver Ausblick, der hoffentlich den November irgendwie überlebt", sagt Scheele.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Oktober 2020 um 11:00 Uhr.