Montage im VW-Werk in Zwickau. | Bildquelle: dpa

Prognose für 2021 Sinkende Arbeitslosigkeit erwartet

Stand: 09.10.2020 14:06 Uhr

Die Arbeitslosenquote in den ostdeutschen Bundesländer könnte im kommenden Jahr sogar niedriger sein als vor Corona. Das zeigen Berechnungen des Forschungsinstituts der Bundesagentur für Arbeit.

Von einer Erholung der Wirtschaft wird Experten zufolge im kommenden Jahr der Arbeitsmarkt vor allem in Ostdeutschland profitieren. Die Zahl der Arbeitslosen in den ostdeutschen Flächenländern werde 2021 "sogar geringer sein als vor der Corona-Krise", erklärte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB). In fast ganz Deutschland werde die Arbeitslosigkeit sinken, so die IAB-Forscher. Flächendeckend sei ein Zuwachs an Beschäftigung zu erwarten.

Ihre Prognose begründen die Arbeitsmarktexperten mit dem demografischen Trend. Die Alterung der Bevölkerung und Wegzug in andere Regionen führten dazu, dass vor allem in den ostdeutschen Bundesländern weniger Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Bereits vor der Corona-Krise sei dort in der Folge die Zahl der Arbeitslosen relativ stark gesunken.

Der pandemiebedingte Einbruch der Wirtschaft hat in diesem Jahr auch deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Dabei machen die IAB-Forscher deutliche regionale Unterschiede aus: So sei die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Hamburg besonders stark angestiegen. Am wenigsten betroffen seien der mittlere und nördliche Teil Bayerns sowie der Westen Niedersachsens gewesen.

Bislang habe die Corona-Krise aber nicht dazu geführt, dass die Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter deutschlandweit zurückgegangen sei, so die Experten. Dies sei vor allem auf die Kurzarbeit zurückzuführen. Unternehmen hätten so versucht, ihre Beschäftigten zu halten.

Auch eine konjunkturelle Erholung im kommenden Jahr wird sich laut IAB regional unterschiedlich auswirken. In allen anderen Bundesländern werde die Arbeitslosenquote 2021 sinken, in Bremen und Sachsen-Anhalt mit 1,0 Prozentpunkten jedoch am stärksten. Einzig in Bayern könnte die Quote den Experten zufolge minimal ansteigen. Das Bundesland hätte mit 4,2 Prozent aber bundesweit auch immer noch den niedrigsten Wert, so die Prognose. Berlin läge die Quote demnach bei 10,9 Prozent, Bremen bei 11,2 Prozent.

Insolvenzen als Risiko

Die Prognose auf Grundlage von Daten der Bundesagentur für Arbeit geht von mehreren Annahmen aus. Eine der wesentlichen ist, dass es nicht noch einmal zu einem kompletten Lockdown wegen der Corona-Pandemie kommt.

Auch auf die Risiken für den Arbeitsmarkt verweisen die Experten. So könnten steigende Infektionszahlen und auch regionale Beschränkungen negative Auswirkungen haben. Zudem werde entscheidend sein, ob es im kommenden Jahr mit wieder schärferen Regeln für die Insolvenz zu vermehrten Firmenpleiten komme.

Die Bundesregierung erwartet 2020 einen Rückgang der Wirtschaftskraft um 5,8 Prozent und damit den stärksten Einbruch in der Nachkriegszeit. Im nächsten Jahr dürfte die Konjunktur um 4,4 Prozent anziehen. Erst Anfang 2022 hätte Europas größte Wirtschaft demnach ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht. Die IAB-Forscher gehen in ihrem Szenario davon aus, dass die Wirtschaft 2021 wieder um 3,2 Prozent wächst.

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