Auf einer Stele ist das Logo der "Bundesagentur für Arbeit" zu sehen. | dpa

Zahlen für Juli Überraschende Besserung auf dem Arbeitsmarkt

Stand: 29.07.2021 10:32 Uhr

Der Arbeitsmarkt erholt sich weiter von den Folgen der Corona-Pandemie: Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juli entgegen saisonüblicher Muster weiter gesunken. Der Arbeitsagentur zufolge waren 2,59 Millionen Menschen ohne Job.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im Juli deutlich besser entwickelt als für diesen Ferienmonat sonst üblich. Die Zahl der Arbeitslosen ging von Juni auf Juli um 24.000 auf 2,59 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. In anderen Jahren war im Juli ein Anstieg um etwa 55.000 üblich.

Dieser saisonale Effekt wurde von der nach den Corona-Lockerungen einsetzenden stärkeren Belebung des Arbeitsmarktes mehr als wettgemacht. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,6 Prozent. Es ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit der erste Rückgang der Arbeitslosigkeit in einem Juli seit 2006.

Unternehmen suchen nach Personal

"Die Lage am Arbeitsmarkt verbessert sich weiter", erklärte BA-Chef Detlef Scheele. "Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind trotz Beginn der Sommerpause weiter kräftig gesunken. Das Wachstum der Beschäftigung hält an. Und die Unternehmen suchen vermehrt nach neuem Personal."

Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Effekte ging die Arbeitslosenzahl sogar um 91.000 zurück. Volkswirte hatten mit einem Rückgang um nur 28.000 gerechnet.

Kurzarbeit trübt die Zahlen etwas

Allerdings gingen die Anzeigen für Kurzarbeit wieder leicht nach oben. Kurzarbeit wurde in der Hochphase der Corona-Pandemie als Mittel zur Überbrückung auf dem Arbeitsmarkt stark in Anspruch genommen, um Personal nicht entlassen zu müssen. Zwischen dem 1. und dem 25. Juli gingen bei der Bundesagentur Anzeigen für Kurzarbeit für 75.000 Beschäftigte ein. Einen Monat zuvor waren es noch 59.000. Dies kann auch damit zusammenhängen, dass Industriebetriebe derzeit wegen Lieferengpässen bei Rohmaterialen ihre Werke herunterfahren müssen.

Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme von Kurzarbeit stehen bis Mai 2021 zur Verfügung. Demnach hatten im Mai 2,23 Millionen Menschen Kurzarbeitergeld bezogen. Im April 2021 waren es noch 2,34 Millionen. Auf dem Höhepunkt des ersten Corona-Lockdowns musste die Bundesagentur im April 2020 für fast sechs Millionen Menschen Kurzarbeitergeld zahlen.

Konjunkturbelebung

Die Besserung am Arbeitsmarkt geht auf die Konjunkturbelebung zurück. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im Frühjahrsquartal um 2,0 Prozent gewachsen sein, sagen die von der Nachrichtenagentur Reuters befragten 36 Ökonomen im Mittel voraus. Im ersten Vierteljahr war Europas größte Volkswirtschaft wegen der dritten Corona-Welle noch um 1,8 Prozent geschrumpft.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juli 2021 um 12:00 Uhr.