Auf einer Stele ist das Logo der "Bundesagentur für Arbeit" zu sehen. | dpa

Zahlen für Dezember Arbeitslosenquote stabil - mehr Kurzarbeit

Stand: 04.01.2022 12:34 Uhr

Trotz Corona hat sich der Arbeitsmarkt weiter gut entwickelt. Die Erwerbslosenquote lag auch im Dezember bei 5,1 Prozent. Mehr Kurzarbeit gab es vor allem im Handel und der Gastronomie. Arbeitsminister Heil zog für 2021 eine zufriedene Bilanz.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember gestiegen - auf 2,330 Millionen. Das sind 12.000 mehr als im November, aber 378.000 weniger als im Dezember 2020, teilte die Bundesagentur für Arbeit mit. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 5,1 Prozent. 

"Erholung der letzten Monate fortgesetzt"

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) führte den Anstieg vor allem auf saisonale Effekte zurück. Der Arbeitsmarkt habe sich grundsätzlich auch zum Jahresende gut entwickelt, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Detlef Scheele. "Damit hat sich die Erholung der letzten Monate fortgesetzt."

Allerdings wirft die Corona-Pandemie einen Schatten. "Die Anzeigen für Kurzarbeit sind im Dezember kräftig gestiegen", sagte Scheele. Bis zum 27. Dezember wurde demnach für 286.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angekündigt, vor allem aus dem Gastgewerbe und dem Handel. In der Regel wird nicht für jede Anzeige auch tatsächlich Kurzarbeit in Anspruch genommen.

KfW-Volkswirtin: Aussichten "höchst unsicher"

Auch Ökonomen betonten, dass die Erholung am Arbeitsmarkt angesichts der sich ausbreitenden Omikron-Variante noch auf einem "wackeligem Fundament" stehe. Dass bei der BA aktuell über 800.000 offene Stellen gemeldet seien - so viele wie seit drei Jahren nicht mehr - sei "ermutigend", so KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler Geib. Die neue Virusmutante werde aber zu einer weiteren harten Belastungsprobe für die deutsche Wirtschaft werden. Die Aussichten für Konjunktur und Arbeitsmarkt seien deshalb für die nächsten Monate "höchst unsicher".

"Konnten ein großes Beben abwenden"

Arbeitsminister Hubertus Heil zog für das Jahr 2021 eine zufriedene Bilanz. Der Arbeitsmarkt sei durch die Pandemie "zwar erschüttert worden, aber wir konnten ein großes Beben abwenden". Wirtschaftshilfen und die Regeln zur Kurzarbeit hätten dabei geholfen, "Millionen Jobs zu erhalten".

Das sei eine große Anstrengung, aber auch "sehr teuer" gewesen, so der Minister. Nach seinen Angaben wurden bis Mitte Dezember 2021 seit Beginn der Corona-Krise 42 Milliarden Euro allein für die Kurzarbeit aufgewendet. "Die Alternative, nämlich die Rückkehr von Massenarbeitslosigkeit zuzulassen", wäre hingegen "ökonomisch und sozial viel, viel teurer geworden".

In diesem Jahr soll laut Koalitionsvertrag der Mindestlohn auf zwölf Euro angehoben werden. "Der Gesetzentwurf wird von mir in Kürze vorgelegt", so Heil. Ab wann die Erhöhung gelten soll, ließ er offen. Derzeit beträgt der Mindestlohn 9,82 Euro in der Stunde.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Januar 2022 um 11:00 Uhr sowie Deutschlandfunk um 12:00 Uhr.