Arbeitsagentur | Bildquelle: dpa

Bundesagentur für Arbeit Arbeitslosenzahl im September leicht gesunken

Stand: 29.09.2016 10:02 Uhr

Im September ist die Arbeitslosenzahl in Deutschland leicht gesunken. Experten sehen vornehmlich saisonale Gründe für die Entwicklung. Sorgen machen eine hohe Zahl von Menschen, die seit Jahren Hartz IV beziehen.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im September um 77.000 auf 2,608 Millionen gesunken. Das sind 100.000 Erwerbslose weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte. Die Arbeitslosenquote ging um 0,2 Punkte auf 5,9 Prozent zurück.

Der Rückgang fiel aber schwächer aus als in den Vorjahren. Dennoch ist das die geringste Arbeitslosenzahl in Deutschland seit 25 Jahren. "Der Arbeitsmarkt hat sich insgesamt weiter gut entwickelt, obwohl sich der Beschäftigungszuwachs in den letzten beiden Monaten nicht fortgesetzt hat", sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Allerdings gibt es weiterhin gute Jobchancen: Firmen hätten im September so viele freie Stellen gehabt wie selten zuvor, berichtete die BA.

Vornehmlich saisonale Effekte

Der Rückgang hat vornehmlich saisonale Gründe: Ausbildungsabsolventen finden oft erst nach den Sommerferien eine feste Stelle. Hinzu komme, dass viele Unternehmen in der Regel Einstellungen bis nach dem Ende ihrer Werksferien verschöben. Dieser Effekt schlage sich so erst in der September-Arbeitslosenstatistik nieder. Unter Herausrechnung der Saisoneffekte sei die Erwerbslosenzahl um 1000 gestiegen, so Weise.

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Arbeitsmarktzahlen im September 2016

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Arbeitslosigkeit (absolute Zahlen und Quote)

Millionen Langzeitbezieher von Hartz IV

Laut einem Zeitungsbericht beziehen in Deutschland beziehen Millionen Menschen bereits jahrelang Hartz IV. Ende 2015 waren rund 1,44 Millionen Menschen seit mehr als acht Jahren auf Arbeitslosengeld II angewiesen, wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet. Fast 2,6 Millionen Betroffene bezogen die staatliche Leistung seit mehr als vier Jahren. Das seien rund 44 Prozent aller Hartz-IV-Empfänger.

Die Zeitung beruft sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit, die die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken, Sabine Zimmermann, angefordert hatte. Zu den Betroffenen zählen demnach nicht nur Langzeitarbeitslose, sondern auch sogenannte Aufstocker, die wegen ihres geringen Arbeitseinkommens zusätzlich Hartz IV beziehen, sowie nicht erwerbsfähige Minderjährige.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. September 2016 um 20:00 Uhr.

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