Die Bundesagentur für Arbeit registrierte weniger Arbeitslose

Arbeitsmarkt im Februar Arbeitslosigkeit sinkt trotz Winters leicht

Stand: 01.03.2011 14:32 Uhr

Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im Februar entgegen dem für die Jahreszeit üblichen Trend fortgesetzt. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnete in dem oft noch vom Winter geprägten Monat 3,317 Millionen Arbeitslose. Das seien 33.000 weniger als im Januar, teilte die Behörde in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,1 Punkte auf 7,9 Prozent ab. Ein Rückgang im Februar war in den vergangenen zehn Jahren die Ausnahme.

Im Januar hatte die BA einen für den Winter üblichen deutlichen Anstieg auf rund 3,35 Millionen registrierte Arbeitslose verzeichnet. Allerdings war das die geringste Januar-Arbeitslosigkeit seit 1992.

Weise: Weniger als drei Millionen Arbeitslose möglich

Der Arbeitsmarkt entwickele sich weiter positiv, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. Maßgeblich dafür sei der Konjunkturaufschwung. "Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit liegen weiter auf Wachstumskurs und die Nachfrage nach Arbeitskräften steigt weiter", so Weise. "Vor Beginn des Sommers könnte es sein, dass wir unter drei Millionen kommen."

Weniger Langzeitarbeitslose, aber mehr Hartz-IV-Empfänger

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen nahm ab: Sie reduzierte sich im Vergleich zum Februar 2010 um fünf Prozent auf etwa 900.000. Dies sei aber eine immer noch zu hohe Zahl und bleibe ein Problem, das die BA weiterhin "sehr stark" beschäftige, sagte BA-Vorstand Heinrich Alt. Die Bezieher des Arbeitslosengelds (ALG) I sank demnach im Vormonatsvergleich um 38.000 auf 1,1 Millionen. Die Zahl der Hartz-IV-Bezieher nahm dagegen der BA zufolge um 5000 auf 2,2 Millionen zu. Aktuell gibt es laut Alt 206.000 Ein-Euro-Jobber und damit rund 100.000 weniger als vor einem Jahr.

Derzeit sind bei der BA 417.000 offene Stellen gemeldet, 120.000 mehr als im Februar 2010. Hinzu komme das seit Jahren rückläufige Angebot an Arbeitskräften.

Das Statistische Bundesamt berichtete, dass die Zahl der Erwerbstätigen erstmals seit der Wiedervereinung in einem Januar die 40-Millionen-Marke übertroffen habe. Sie stieg im Vergleich zum Januar 2010 um 466.000 oder 1,2 Prozent auf rund 40,2 Millionen. Das waren allerdings 591.000 oder 1,4 Prozent weniger als noch im Februar 2011. "Ein Rückgang dieser Größenordnung zwischen Dezember und Januar entspricht dem normalen saisonalen Muster", hieß es.

Von der Leyen lobt Dynamik in der Zeit- und Leiharbeit

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wertete die sinkende Zahl der Arbeitslosen als Zeichen für die Stärke und Nachhaltigkeit des Aufschwungs. Von der Leyen verwies auch auf die "starke Dynamik in der Zeit- und Leiharbeit", wo fast jeder dritte neue Job entstanden sei. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) erklärte, die Wirtschaft habe nach der Krise wieder ihre Normalauslastung erreicht. "Dies wirkt sich positiv auf die Investitions- und Einstellungsbereitschaft der Unternehmen aus." Die Grünen und die Linkspartei kritisierten, dass der Aufschwung der vergangenen Monate vor allem mit einem Anstieg bei der Leiharbeit einhergehe.

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