Lohn-/Gehaltsabrechnung mit Geld

Studie der Hans-Böckler-Stiftung Deutsche Arbeitskosten moderat gestiegen

Stand: 01.03.2011 15:17 Uhr

Die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung hat für 2009 in Deutschland einen Anstieg der Arbeitskosten in der Privatwirtschaft um 2,3 Prozent verzeichnet. In vielen Ländern der Eurozone lag der Zuwachs demnach der Jahresdurchschnitt bei bei 2,9 Prozent. Damit setzt sich ein seit der Jahrtausendwende andauernder Trend fort: Die durchschnittliche Wachstumsrate der Arbeitskosten Deutschlands war mit 1,9 Prozent seitdem die geringste.

Absolute Kosten sind in Deutschland im Mittelfeld

Laut der Studie mussten die deutschen Arbeitgeber in der Industrie und im privaten Dienstleistungsbereich durchschnittlich 29 Euro je Arbeitsstunde aufwenden - womit Deutschland im Vergleichsraum weiterhin im Mittelfeld liegt. Die Arbeitskosten setzen sich im Wesentlichen aus Bruttolöhnen und -gehältern sowie den Lohnnebenkosten wie den Arbeitgeberanteilen für die Sozialversicherung zusammen.

Arbeitskosten im Euroraum (Auswahl)
LandKosten je StundeDurchschnittliche Steigerung je Jahr
(2000 bis 2009)
Belgien37,20 Euro3,4 Prozent
Frankreich32,50 Euro3,0 Prozent
Luxemburg32,00 Euro3,4 Prozent
Niederlande29,80 Euro3,6 Prozent
Deutschland29,00 Euro1,9 Prozent
Finnland28,70 Euro4,3 Prozent
Österreich27,60 Euro2,8 Prozent
Italien26,50 Euro3,3 Prozent
Spanien19,90 Euro4,5 Prozent
Griechenland17,80 Euro3,8 Prozent
Slowenien13,80 Euro6,9 Prozent
Portugal12,00 Euro3,2 Prozent

Praktisch auf gleichem Niveau wie in Deutschland sind der Studie zufolge die Aufwendungen pro Stunde in Finnland (28,70 Euro), etwas niedriger in Österreich (27,60 Euro). Spitzenreiter im Euroraum sind demnach Belgien, Frankreich und Luxemburg mit Kosten zwischen 37,20 Euro und 32,00 Euro je Arbeitsstunde. Am unteren Ende sind Portugal, Slowenien und Griechenland mit einer Spannweite zwischen 12,00 Euro und 17,80 Euro je Stunde.

Einkommensentwicklung bremst Binnennachfrage

Die Bilanz des moderaten Arbeitskostenanstiegs fällt laut Studie allerdings zwiespältig aus. Auf die deutschen Exporte hätten sich die unterdurchschnittlichen Zuwächse vorteilhaft ausgewirkt. Gesamtwirtschaftlich hätten sie das Wachstum aber eher gebremst, weil die schwache Entwicklung der Einkommen die Binnennachfrage hemme, die letztlich deutlich mehr zu Wachstum und Beschäftigung beitrage als der Export.

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