Handwerker platzieren Stahlmatten auf dem Rohbau eines Mehrfamilienhauses in die richtige Position | Bildquelle: dpa

Größter Anstieg seit 2012 Arbeit in Deutschland deutlich teurer

Stand: 10.03.2020 10:43 Uhr

Die Kosten für Arbeit in Deutschland haben sich vergangenes Jahr so stark verteuert wie seit sieben Jahren nicht mehr. Die Lohnnebenkosten stiegen dabei schneller als die Bruttolöhne.

Im vergangenen Jahr sind die Arbeitskosten in Deutschland auf den höchsten Wert seit 2012 gestiegen. Eine Stunde Arbeit kostete 3,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Dabei stiegen die Lohnnebenkosten mit 3,2 Prozent schneller als die Bruttoverdienste, die nur 2,9 Prozent zulegten. Zuletzt hatte es 2012 mit einer Gesamtzunahme um 3,1 Prozent eine stärkere Steigerung gegeben.

Leicht über EU-Schnitt

Aus den EU-Staaten liegen bisher nur Daten aus dem dritten Quartal 2019 vor - ohne den öffentlichen Dienst und das Gesundheitswesen. Hier kletterten die Arbeitskosten im EU-Schnitt um 2,9 Prozent zum Vorjahr und damit einen Tick weniger stark als in Deutschland.

Die höchsten Wachstumsraten innerhalb der EU wiesen Rumänien (+12,8 Prozent), Ungarn (+9,9 Prozent) und Bulgarien (+9,7 Prozent) auf - "allesamt Länder mit Arbeitskostenniveaus unterhalb von zehn Euro". Kaum noch teurer wurde Arbeit in Hochlohnländern wie Finnland (+0,2 Prozent) oder Luxemburg (+0,4 Prozent).

Im EU-Durchschnitt lagen die Arbeitskosten 2018 bei 26,60 Euro, in Deutschland bei 35,00 Euro.

Arbeitskosten

Darunter fallen in der Betriebswirtschaftslehre die Lohn- und Gehaltskosten sowie die auf gesetzlichen und freiwilligen Leistungen des Arbeitgebers beruhenden Sozialkosten (also die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und Aufwendungen für die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall). Hinzu kommen die Kosten für die betriebliche Altersversorgung, Urlaubsgeld, Beihilfen, Zulagen und Zuschläge.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. März 2020 um 10:00 Uhr.

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