Shazam App-Icon | Bildquelle: REUTERS

Apple übernimmt Shazam Melodien für Millionen

Stand: 11.12.2017 21:00 Uhr

Die App von Shazam ist auf Millionen Smartphones installiert. Sie erkennt Musiktitel. Jetzt hat Apple den Anbieter der Software übernommen. Der Deal dürfte Apple 400 Millionen Dollar kosten und auf einen schwedischen Rivalen zielen.

Apple übernimmt die auf Millionen Smartphones weltweit installierte Musikerkennungs-Software Shazam. Das teilten beide Unternehmen mit, ohne Einzelheiten über den Kaufpreis zu nennen.

Branchenexperten vermuten, dass der Kaufpreis bei 400 Millionen US-Dollar liegen könnte. Diese Summe würde deutlich unter den jüngsten Bewertung von Shazam von rund einer Milliarde Dollar liegen. Für Apple wäre es eine der teuersten Übernahmen der Firmengeschichte.

Erkennen und weiterleiten

Die Shazam-App hilft Benutzern, Musikstücke zu identifizieren. Dazu wird das Smartphone in Richtung der Musikquelle gehalten. Shazam erkennt den Titel und verweist dann sogleich auf Internetseiten, wo er gegen Zahlung gehört werden kann. Der Dienst ist bereits teilweise in Apples digitalen Software-Assistenten Siri integriert.

Shazam hatte im vergangenen Jahr mitgeteilt, die Zahl von einer Milliarde Downloads auf Smartphones erreicht zu haben. Dennoch kämpfte die Firma lange darum, profitabel zu werden. Erst kürzlich teilte sie mit, dank Werbeeinnahmen und der Weiterleitung von Nutzerverkehr zu Apple Music und Spotify die Gewinnzone erreicht zu haben.

Auf einem Smartphone sind Musik-Streamingdienste zu sehen | Bildquelle: dpa
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Der Markt der Musik-Streamingdienste ist hart umkämpft.

Beim Streaming im Rückstand

Apple hatte den Musikmarkt im Internet im Jahr 2001 mit der Einführung des Online-Musikstores iTunes revolutioniert. Beim Streaming gehörte Apple aber nicht zur Avantgarde, sondern sprang 2015 mit Apple Music auf den Zug auf.

Mit der Übernahme könnte Apple seinen Musikdienst stärken. Mit 27 Millionen Abonnenten liegt dieser deutlich hinter dem schwedischen Rivalen Spotify, der nach eigenen Angaben rund 60 Millionen zahlende Nutzer hat.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Dezember 2017 um 13:45 Uhr.

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