Ein Apple-Logo hängt über dem Eingang eines Apple Stores | REUTERS

Apple-Quartalszahlen Besser als andere Tech-Riesen

Stand: 28.10.2022 02:44 Uhr

Microsoft, Meta und Alphabet hatten diese Woche enttäuschende Zahlen vorgelegt - anders nun Apple: Umsatz und Gewinn stiegen. Trotzdem blickt der Konzern sorgenvoll in die nähere Zukunft.

Als eines der wenigen US-Technologieunternehmen hat Apple beim Quartalsergebnis die Markterwartungen übertroffen. Die Einnahmen aus dem Verkauf seien zum Abschluss des Geschäftsjahres 2021/2022 auf 42,6 Milliarden Dollar gestiegen, teilte der Konzern mit. Dies sei ein Rekordwert für ein viertes Quartal. Analysten hatten aber auf knapp eine Milliarde Dollar mehr gehofft. Der Gesamtumsatz stieg um acht Prozent auf 90,1 Milliarden Dollar und der Gewinn erreichte 1,29 Dollar je Aktie.

Das iPhone war ein zentraler Treiber des Geschäfts mit einem Umsatzplus von 38,9 auf 42,6 Milliarden Dollar. Apple hatte im September wie gewohnt die neue iPhone-Generation auf den Markt gebracht. Laut Berechnungen der Analysefirma Canalys war Apple der einzige große Anbieter, der den Absatz steigern konnte - und zwar um acht Prozent auf 53 Millionen iPhones. Samsung behielt demnach die Spitzenposition im Markt, auch nach einem Rückgang von acht Prozent auf 64,1 Millionen Geräte. Beim Marktanteil kommt Samsung jetzt auf 22 Prozent und Apple auf 18 Prozent.

Rechner laufen gut

Mit Desktop-Rechnern und Laptops nahm Apple dank einer neuen Generation der Modelle MacBook Air und MacBook Pro 11,5 Milliarden Dollar ein, gut zwei Milliarden mehr als erwartet. Die Bruttomarge sei mit 43,3 Prozent ebenfalls ein Rekordwert für ein viertes Quartal.

Beim iPad gingen die Erlöse dagegen von 8,25 auf knapp 7,2 Milliarden Dollar zurück. Auch hier verwies Apple auf Vergleichseffekte - im Vorjahresquartal habe es eine Sonderkonjunktur durch neue Modelle gegeben. Die Engpässe bei Halbleitern spielten inzwischen keine signifikante Rolle mehr.

Besser als erwartet - trotzdem eine Warnung

"Wir haben besser abgeschnitten als erwartet, obwohl Wechselkurseffekte eine signifikante Belastung waren", sagte Apple-Finanzchef Luca Maestri. Diese bezifferte er mit zehn Prozent. Er wies außerdem darauf hin, dass ein Teil des Schubs im Computergeschäft auf Nachholeffekte zurückzuführen sei. Zuvor hatte es in einer Fabrik, die Mac-Rechner produziert, einen längeren Stillstand gegeben.

Trotz der starken Zahlen äußerte sich Maestri zurückhaltend über die weiteren Aussichten. Er warnte für das laufende Quartal vor einem Rückgang des Konzernumsatzes.

Die Aktien des Unternehmens fielen daraufhin im nachbörslichen US-Geschäft um zwei Prozent. "Apple leidet ebenso wie andere Unternehmen unter den Belastungen des Konjunkturumfelds und den anhaltenden Lieferkettenproblemen", sagte Analyst Jesse Cohen vom Online-Broker Investing.com. Allerdings meistere das Management die Schwierigkeiten besser.

So verschreckte Amazon Investoren mit enttäuschenden Quartalszahlen und einem pessimistischen Ausblick. In dieser Woche hatten bereits der Softwarekonzern Microsoft, die Google-Mutter Alphabet und Meta - Betreiber von Facebook, Instagram und WhatsApp - schwache Zahlen vorgelegt.