Ein Kind hält ein iPhone in den Händen. | Bildquelle: AP

Sicherheitsbedenken Apple entfernt Kindersicherungs-Apps

Stand: 29.04.2019 17:58 Uhr

Apple hat mehrere Kindersicherungs-Apps aus dem App Store verbannt. Der Konzern begründet das mit Sicherheitsbedenken. Entwickler der betroffenen Apps werfen ihm vor, Konkurrenten ausbremsen zu wollen.

Apps zur Überwachung von Kindern sind umstritten: Eltern können damit die Nutzung von iPhones oder iPads ihrer Kinder kontrollieren und begrenzen. Nun wurde bekannt, dass Apple mehrere dieser Anwendungen aus seinem App Store entfernt hat. "Sie gefährden die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer", begründete der Konzern die Sanktionen.

In seiner Erklärung verwies das Unternehmen auf eine "stark eingreifende Technologie namens Mobile Device Management (MDM)". Man sei im vergangenen Jahr darauf aufmerksam geworden, dass mehrere Kindersicherungs-Apps dieses Verfahren verwendeten. Mit Hilfe der Technologie konnten die App-Anbieter die Geräte kontrollieren und sensible Informationen wie den Benutzerstandort, die Nutzung der Apps, E-Mail-Konten und den Browserverlauf einsehen und auch die Verwendung der Kamera kontrollieren.

Zwar gebe es durchaus legitime Einsatzmöglichkeiten, räumte Apple ein. Es stelle aber ein großes Risiko dar, wenn ein privates, verbraucherorientiertes App-Unternehmen eine MDM-Kontrolle über das Gerät eines Kunden übernehme. MDM-Profile könnten auch von Hackern verwendet werden, um sich für bösartige Zwecke einen Zugang zu verschaffen.

Apple-Logo | Bildquelle: REUTERS
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App-Anbieter werfen Apple vor, Konkurrenten zugunsten einer eigenen Software schwächen zu wollen.

Apple weist Vorwürfe zurück

Die betroffenen App-Entwickler vermuten hinter dem Schritt dagegen ganz andere Beweggründe. Sie werfen Apple vor, die Anbieter von Kindersicherungs-Software zurückdrängen zu wollen, weil der Konzern inzwischen ein eigenes System zur Überwachung der Nutzungsgewohnheiten anbietet. "Sie töten systematisch die Branche", sagte Amir Moussavian, Chef des App-Anbieters OurPact, der "New York Times". Der Zeitung zufolge hat Apple in den vergangenen Monaten mindestens elf der 17 am häufigsten heruntergeladenen Kontroll-Apps aus seinem Store entfernt oder ihre Nutzung eingeschränkt.

Apple wies die Vorwürfe zurück und entgegnete, es gehe nicht ums Geschäft, sondern um die Sicherheit. "Eltern sollten ihre Ängste über die Gerätenutzung ihrer Kinder nicht gegen Risiken für Privatsphäre und Sicherheit eintauschen müssen und der App Store sollte keine Plattform sein, um diese Entscheidung zu erzwingen. Niemand außer den Eltern sollte uneingeschränkten Zugriff auf die Geräteverwaltung ihres Kindes haben", so der Konzern.

Man habe deshalb den betroffenen Anbietern 30 Tage Zeit gegeben, um die Apps so umzustellen, dass sie nicht mehr gegen die Richtlinien des App Stores verstoßen. "Diejenigen, die es nicht getan haben, wurden aus dem App Store entfernt."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. April 2019 um 13:38 Uhr.

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