Apple Kamera-Auto in Santa Clara | Bildquelle: dpa

Kartendienst Auch Apple schickt Kamera-Autos

Stand: 23.07.2019 10:39 Uhr

In einigen europäischen Ländern waren sie schon, nun kommen die Kamera-Autos von Apple auch nach Deutschland. Sie machen Aufnahmen für das Konkurrenzangebot zu Google Street View.

Die durch die Republik fahrenden Kameraautos von Google für den Dienst Street View sorgten vor rund zehn Jahren für Schlagzeilen. Datenschutz, Persönlichkeits- und Widerspruchsrechte - um diese Themen gab es damals viel Aufregung. Nun will Apple ebenfalls mit Kameras ausgerüstete Fahrzeuge durch deutsche Städte schicken. Ab kommenden Montag sind 80 Autos unterwegs.

Die Fahrzeuge haben neben Foto-Kameras auch einen Laser-Radar an Bord, die ihre Umgebung in 3D abtasten. Die auch unter dem Namen Lidar bekannten Geräte werden unter anderem in selbstfahrenden Autos eingesetzt. Die Fahrzeuge zeichnen zudem per GPS ihren Aufenthaltsort auf. Andere Daten werden laut Apple nicht erhoben.

Aus den Fotos der Fahrzeuge kann Apple unter anderem Informationen wie Namen von Straßen oder Geschäften sowie zu Verkehrszeichen und Straßenführung heranziehen.

Fotos für "Look Around"

Bis Mitte September sollen die Aufnahmen für den Kartendienst des iPhone-Konzerns machen. Die Daten sollen in erster Linie das Kartenmaterial verbessern, wie Apple erläuterte. Die Bilder könnten in Zukunft aber auch im neuen Panorama-Dienst "Look Around" zum Einsatz kommen - Apples Konkurrenzangebot zu Google Street View.

Vor Deutschland fuhren die Kamerawagen in Europa bereits Straßen in Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Portugal, Kroatien und Slowenien ab.

Apple informiert auf einer Website, in welchen Gegenden die Fahrzeuge unterwegs sein werden. Zeiten, zu denen davon ausgegangen werden kann, das viele Passanten ins Bild kommen, wie etwa Samstagnachmittage in der Innenstadt, sollen die Kamerawagen meiden.

Google-Fahrzeug macht Aufnahmen für den Kartendienst Street View | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Google-Fahrzeug 2009 bei Street-View-Fahrt in Saarbrücken

Daten in den USA gespeichert

Die Daten aus den Fahrzeugen werden auf Apples Server in den USA geladen. Nutzer können auch die Löschung von Rohdaten mit der Abbildung von Personen oder Häusern beantragen. Diese Möglichkeit bietet der Konzern zum Start der Kamera-Fahrten an. Gesichter und Autokennzeichen werden bei "Look Around" - wie auch etwa bei Googles Street View - automatisch verpixelt.

Bei "Look Around" können Nutzer sich auf dem Bildschirm durch dreidimensionale Darstellungen von Straßenzügen bewegen. Die Funktion soll im Herbst zunächst für einige ausgewählte Gebiete wie die Umgebung von San Francisco verfügbar sein.

Streit um Verpixelung

Der Start von Googles Street View Mitte 2010 wurde von der Debatte um das Recht auf Verpixelung nicht nur der Gesichter, sondern auch der Wohnhäuser überschattet. Die Straßenzüge deutscher Städte in dem Dienst weisen seitdem zahlreiche Lücken auf. Google schickte seitdem zwar mehrfach wieder Kamerawagen nach Deutschland, nutzte die Bilder aber nur, um das Kartenmaterial zu verbessern. Die veröffentlichten Street-View-Fotos wurden nicht aufgefrischt, und es wurden bisher auch keine Pläne dafür bekannt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 23. Juli 2019 um 06:35 Uhr.

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