Amazon-Chef Jeff Bezos | Bildquelle: AP

Neue Hauptquartier-Standorte Amazon zieht es an die Ostküste

Stand: 13.11.2018 17:23 Uhr

Nach mehr als einem Jahr hat sich Amazon entschieden. Statt einer wird es nun sogar zwei neue Firmenzentralen geben: in New York und in der Nähe von Washington. Der Konzern verspricht Investitionen und fordert Steuernachlässe.


Amazon hat sich entschieden. Der Online-Handelskonzern entschied sich bei seiner Suche nach weiteren Firmensitzen für New York und den Großraum Washington DC. Die Wahl sei auf Long Island City im New Yorker Stadtbezirk Queens und auf Arlington im US-Bundesstaat Virginia gefallen, teilte der Konzern mit.

Mit der offiziellen Bestätigung der neuen Zentralen endet der seit mehr als einem Jahr andauernde Rummel um das Großprojekt, bei dem sich etliche Städte, Bundesstaaten und Landkreise Nordamerikas mit teilweise skurrilen Bewerbungen um die Gunst von Amazon-Chef Jeff Bezos bemüht hatten.

Personal und die Nähe zur Macht

Eigentlich wollte Amazon nur ein neues Hauptquartier eröffnen, nun sind es also zwei neue Zentralen. Als Grund gibt das Unternehmen an, dass sonst möglicherweise nicht genug geeignetes Personal zu finden wäre. Hinzu kommen Bedenken, dass die geplante Expansion, die mit starkem Zuzug von Arbeitskräften verbunden sein dürfte, einen einzelnen Standort und dessen Infrastruktur überfordern könnte.

Während der New Yorker Stadtteil Amazon Zugang zu den vielen Tech-Profis in der Ostküstenmetropole verschafft, gilt Arlington wegen seiner Nähe zum Sitz der US-Regierung als attraktiv für den Konzern.

Die Amazon-Zentrale in Seattle | Bildquelle: dpa
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In Seattle arbeiten mehr als 40.000 Menschen für Amazon. Dort wird es langsam zu eng.

Steuergeschenke für Amazon

Die Standortsuche war nicht unumstritten. Das Unternehmen verspricht zwar viele Arbeitsplätze und hohe Investitionen - im Gegenzug forderte es aber finanzielle Anreize wie etwa Steuernachlässe. Amazon will an den neuen Standorten jeweils 2,5 Milliarden Dollar investieren und 25.000 Jobs schaffen. In New York stellt sich Amazon zugleich auf Subventionen von mehr als 1,5 Milliarden Dollar ein, vor allem durch Steuervergünstigungen - in Arlington sind es nach Rechnung des Konzerns 573 Millionen Dollar.

Amazon hatte im September 2017 angekündigt, neben seinem ersten Firmensitz in Seattle im US-Bundesstaat Washington ein weiteres Hauptquartier eröffnen zu wollen. In Seattle arbeiten inzwischen mehr als 40.000 Menschen in 33 Gebäuden für den Konzern. Jeff Bezos hatte das Unternehmen 1994 dort als Buchversand gegründet.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. November 2018 um 06:35 Uhr.

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