Eine Pflegekraft begleitet in einem Pflegeheim in Baden-Württemberg eine ältere Dame. | Bildquelle: dpa

Bundesagentur für Arbeit Pflegehelfer oft mit Niedriglöhnen

Stand: 24.10.2019 10:36 Uhr

Höhere Löhne für die Pflegebranche - das ist ein Thema heute im Bundestag. Besonders Altenpflegehelfer liegen mehrheitlich unterhalb der Niedriglohnschwelle, wie eine Auswertung der Bundesagentur für Arbeit zeigt.

Zehntausende Stellen in der Pflege sind unbesetzt. Um den Job attraktiver zu machen, hat die Bundesregierung bereits ein Gesetz für höhere Löhne in der Branche auf den Weg gebracht, über das der Bundestag heute abstimmen soll.

Das Kabinett hat einen Gesetzesentwurf zur besserer Bezahlung in der Pflege verabschiedet. | Bildquelle: HAYOUNG JEON/EPA-EFE/REX
galerie

Arbeitsminister Heil, Gesundheitsminister Spahn und Familienministerin Giffey wollen dem Personalnotstand in der Pflege entgegenwirken.

Dass auch an dieser Schraube gedreht werden muss, um dem Personalmangel entgegenzuwirken, zeigt ein Blick auf das Lohnniveau: So liegen rund zwei Drittel der vollzeitbeschäftigten Altenpflegehelfer laut Bundesagentur für Arbeit (BA) unter der so genannten Niedriglohnschwelle.

Auch bei den voll qualifizierten Altenpflege-Fachkräften lagen demnach im vergangenen Jahr immerhin 14,1 Prozent bei Vollzeitbeschäftigung unterhalb der Niedriglohnschwelle. Nach der EU-Definition liegt diese bei 60 Prozent des durchschnittlichen Bruttomonatseinkommens. Das Bundesarbeitsministerium hatte die Schwelle unlängst mit 2203 Euro brutto pro Monat für das vergangene Jahr angegeben.

Kritik der Linkspartei

Die BA hatte im Auftrag der Linksfraktion im Bundestag eine Sonderauswertung vorgenommen, die Zahlen liegen der "Rheinischen Post" vor. Vor allem bei den Pflegehelfern ging der Anteil derer, die unterhalb der Niedriglohnschwelle liegen, demnach seit 2012 nur geringfügig zurück. "Jahrelang wurden Niedriglöhne und schlechte Arbeitsbedingungen in der Pflege stillschweigend hingenommen", sagte Linken-Politikerin Susanne Ferschl der Zeitung.

Insgesamt ist Anteil der Niedriglöhner gesunken

Werden alle Vollzeitbeschäftigten in der Pflegebranche - also Fachkräfte und Pflegehelfer - zusammengerechnet, gab es zwischen 2012 und 2018 einen Rückgang des Anteils der Niedriglöhner. Im Jahr 2012 habe er bei 37,2 Prozent gelegen, 2018 bei 30,1 Prozent. Davon haben aber vor allem die höher qualifizierten Fachkräfte profitiert, nicht die Helfer.

Insgesamt arbeiten in der Altenpflege in Deutschland rund 1,1 Millionen Menschen. Davon sind dem Bericht zufolge nur gut 200.000 in Vollzeit sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Laut Bundesagentur für Arbeit blieben im vergangenen Jahr knapp 40.000 Stellen in der Pflege unbesetzt, davon fast 25.000 in der Altenpflege.

Ausblick Bundestag: Bessere Löhne in der Pflege
Sabine Müller, ARD Berlin
24.10.2019 09:59 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 24. Oktober 2019 um 11:11 Uhr.

Darstellung: