Aixtron in Herzogenrath | Bildquelle: picture alliance / Rainer Hacken

Nach Obama-Veto Aixtron wird nicht chinesisch

Stand: 08.12.2016 15:43 Uhr

Der deutsche Spezialmaschinenbauer Aixtron wird nicht an ein chinesisches Konsortium verkauft. Das Investment-Unternehmen zog sein Angebot zurück. Damit reagierten die Chinesen auf ein Veto von US-Präsident Obama.

Das chinesische Konsortium Grand Chip Investment hat sein Angebot für den deutschen Spezialmaschinenbauer Aixtron zurückgezogen. Die Investoren reagierten damit auf ein Veto, das US-Präsident Barack Obama eingelegt hatte. Die Regierung in Washington hat ein Mitspracherecht, weil das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen eine Zweigstelle in Kalifornien hat.

Chinesen boten 670 Millionen Euro

Der chinesische Investor hatte im Mai 670 Millionen Euro für Aixtron geboten. Wiederholt warb das Konsortium für die Übernahme. Diese sei ein normaler Zusammenschluss und habe rein wirtschaftliche Motive.

Das Bundeswirtschaftsministerium hatte eine ursprüngliche Genehmigung der Übernahme zurückgenommen und angeordnet, den Deal neu zu überprüfen. Medienberichten zufolge geschah dies auf Hinweis der US-Regierung, die früh Bedenken an dem Geschäft geäußert habe.

Die Aktionärsvereinigung DSW kritisierte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Er habe in dem Fall eine "sehr unglückliche und sehr passive Rolle gespielt", sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler. Den Schaden hätten jetzt die Aktionäre. Die bisher von den Chinesen erworbenen Aixtron-Wertpapiere sollen voraussichtlich in der kommenden Woche an ihre Eigentümer zurückgebucht werden.

Obama: "Risiken für nationale Sicherheit"

Die Entscheidung gegen das Kaufgeschäft hatte Obama mit "Risiken für die nationale Sicherheit" der USA begründet. Er reagierte damit auf eine Empfehlung der US-Behörde für Auslandsinvestitionen. Hintergrund sind Befürchtungen, Aixtron-Produkte könnten auch militärisch genutzt werden. Es ist erst das dritte Mal seit 1990, dass ein US-Präsident eine Firmenübernahme durch einen ausländischen Investor wegen Sicherheitsbedenken verhindert.

Aixtron stellt Maschinen für die Chipindustrie her und steckt seit längerem wegen wegen einer schlechteren Auftragslage in der Krise. Das Unternehmen beschäftigt etwa 700 Mitarbeiter, in der kalifornischen Zweigstelle arbeiten etwa 100 Menschen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandradio am 08. Dezember 2016 um 13:00 und 14:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: