Airbus-Chef Fabrcie Bregier (2.v.l. und Japan-Airlines-Präsident Yoshiharu Ueki am 7.10.13

Milliardenauftrag von Japan Airlines Airbus schafft Durchbruch in Asien

Stand: 07.10.2013 10:49 Uhr

Mit einem Milliardenauftrag von Japan Airlines (JAL) bricht Airbus die Vormachtstellung des Erzrivalen Boeing in dem asiatischen Land. JAL bestellt bei dem europäischen Flugzeugbauer 31 Exemplare des neuen Großraumjets A350 für einen Listenpreis von insgesamt 9,5 Milliarden Dollar (7,0 Milliarden Euro), wie beide Unternehmen mitteilten.

Es ist das erste Mal überhaupt, dass die Japaner bei Airbus kaufen. JAL und der heimische Wettbewerber All Nippon Airways setzten bislang vor allem auf Boeing und zählen zu den wichtigsten Abnehmern des A350-Konkurrenzmodells 787 Dreamliner, für den der US-Konzern wichtige Teile in Japan herstellen lässt. Bei dem spritsparenden Flieger gab es aber immer wieder Pannen.

Japan Airlines sichert sich neben den festen Bestellungen Optionen für 25 weitere A350, so dass Airbus insgesamt 56 Exemplare liefern könnte. "Das ist ein riesiger Gewinn für Airbus und ein großer Verlust für Boeing", sagte der Luftfahrt-Analyst Scott Hamilton der Nachrichtenagentur Reuters. Airbus habe jahrzehntelang versucht, die Vorherrschaft Boeings in Japan zu brechen.

Spritverbrauch ist wichtiger als Politik

Neben der Zusammenarbeit mit japanischen Zulieferern halfen Boeing bislang in Japan auch die engen Beziehungen zwischen den Regierungen in Tokio und Washington. Die Folge: Die Amerikaner kommen in Japan seit Langem auf einen Marktanteil von über 80 Prozent.

Der nun verkündete Deal deutet jedoch eine Trendwende an. Airbus-Chef Fabrice Bregier sagte, der Auftrag von JAL gebe seinem Unternehmen Schwung, bei der Entwicklung von Modellen mit anderen japanischen Firmen zusammenzuarbeiten. Es sei ihm "ein Herzensanliegen" gewesen, den Großauftrag auf dem traditionellen Boeing-Markt zu bekommen.

Für den A350 setzt Airbus wie Boeing bei der 787 stärker als bislang auf moderne Verbundmaterialien statt Aluminium. Das spart Gewicht und Treibstoff. Bei dem Auftrag von Japan Airlines konkurrierten die Europäer mit dem Boeing-Modell 777X - einer Weiterentwicklung des Erfolgsfliegers 777, der in Japan anders als in Europa auf vielen Inlandstrecken eingesetzt wird.

Airbus-Chef Fabrcie Bregier (l.) und Japan-Airlines-Präsident Yoshiharu Ueki am 7.10.13
galerie

Großer Deal, tiefe Verbeugung: Airbus-Chef Fabrcie Bregier (l.) und JAL-Präsident Yoshiharu Ueki.

Wer gewinnt den nächsten Prestigeauftrag in Japan?

Die altgedienten Flieger von Boeing kommen allmählich in die Jahre und müssen auch bei All Nippon Airways, der zweiten großen japanischen Airline, von 2020 an ersetzt werden. Das Unternehmen will etwa 25 Maschinen kaufen. Dafür prüfe man noch immer die 777X und den A350, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft. Der erste A350 überhaupt soll im kommenden Jahr in Dienst gestellt werden. Seinen Jungfernflug absolvierte der Großraumjet im Juni.

Zuletzt hatte Airbus bereits einige andere wichtige Aufträge in Asien gewonnen. So verkündeten die Europäer zwei große Deals in China sowie je eine Order aus Vietnam und Singapur. Insgesamt kam Airbus dabei auf ein Volumen von fast 13 Milliarden Dollar (9.6 Milliarden Euro)

1/6

Der Jungfernflug des A350

Der A350 hat seinen Erstflug erfolgreich absolviert.

Airbus A350 kurz vor dem Start auf der Rollbahn

Wenige Augenblicke vor dem Abheben: Der A350 auf dem Rollfeld in Toulouse-Blagnac. Er soll vor allem Boeings "Dreamliner" Konkurrenz machen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 7. Oktober 2013 um 11:42 Uhr.

Darstellung: