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Hermes-Garantien für Flugzeugkäufer Deutschland bürgt für Airbus-Kunden

Stand: 27.01.2009 13:04 Uhr

Airbus-Mitarbeiter bei der Flugzeugfertigung
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Volle Auftragsbücher, aber Finanzierungsprobleme: Frankreich und Deutschland wollen für Airbus-Kunden bürgen.

Nach Frankreich will auch Deutschland Kunden des Flugzeugbauers Airbus mit staatlichen Garantien unterstützen. Der Bund will dazu Airbus-Kunden mit Exportkreditgarantien in Form von Hermes-Bürgschaften bei der Finanzierung unter die Arme greifen. So sollen Auftrags-Stornierungen durch Fluggesellschaften wegen der Finanzkrise und schleppenden Kreditvergabe der Banken verhindert werden.

"Das Ziel ist, zuverlässigen Bestellern im Ausland bei der Lösung ihrer Finanzprobleme zu helfen und den Export unserer Flugzeuge sicherzustellen", sagte der Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze, der Nachrichtenagentur dpa. "Wir beraten derzeit mit der KfW und den Banken über ein marktnahes Modell", erklärte Hintze. Eine Entscheidung werde voraussichtlich in drei bis vier Wochen fallen. Es gehe aber nicht um eine "Lex Airbus". Die Ausweitung der Hermes-Absicherung solle der gesamten deutschen Exportindustrie angeboten werden.

Airbus kündigt eigene Hilfen für Käufer an

Der Airbus A380 hebt ab
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Airbus befürchtet, bis zu 30 Prozent der Aufträge könnten storniert werden.

Die Bundesregierung will sich bei der Bürgschaftsvergabe eng mit Paris abstimmen. Zuvor hatte Frankreich Milliardenhilfen an Banken angekündigt, um zu verhindern, dass Airbus-Kunden bereits bestellte Flugzeuge stornieren. Die französische Regierung stellt Banken rund fünf Milliarden Euro zur Verfügung, damit diese das Geld als Kredit an Fluggesellschaften weiterreichen und letztere mit den Mitteln wiederum ihre Flugzeugkäufe finanzieren. Der Chef des Airbus- Mutterkonzerns EADS, Louis Gallois, sagte, durch die Hilfen sei eine "signifikante Zahl" an Flugzeuglieferungen gesichert. Zusätzlich werde Airbus - wie in der Vergangenheit auch - selbst die Kunden unterstützen. "Die Liquiditätslage des Unternehmens erlaubt das aktuell", sagte Gallois. Der Konzern habe neun Milliarden Euro in der Kasse.

Zwar verfügt Airbus über gut gefüllte Auftragsbücher. Flugzeuge werden in der Regel mehrere Jahre vor der Auslieferung geordert, ihre Finanzierung wird aber teils erst kurz vor der Auslieferung unter Dach und Fach gebracht. Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung "Les Echos" sind wegen fehlender Finanzierungsmöglichkeiten bis zu 30 Prozent der Airbusaufträge gefährdet. Der europäische Flugzeugbauer hat zurzeit rund 3700 Bestellungen in den Büchern stehen und ist damit auf Jahre ausgelastet.

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