Ein Airbus A400M steht während einer Präsention der Bundeswehr auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel. | Bildquelle: picture alliance/dpa

Konzern informiert Behörden Dokumentenmissbrauch bei Airbus?

Stand: 19.09.2019 07:27 Uhr

Mitarbeiter des Flugzeugbauers Airbus stehen im Verdacht, sich Unterlagen aus dem Bereich der Bundeswehr beschafft zu haben. Darüber informierte das Unternehmen deutsche Behörden und das Verteidigungsministerium.

Der europäische Flugzeugbau- und Rüstungskonzern Airbus hat nach eigenen Angaben deutsche Behörden über "den möglicherweise rechtswidrigen Umgang einzelner Mitarbeiter mit Kundendokumenten" informiert. Wie das Unternehmen mitteilte, stünden diese im Zusammenhang mit zwei künftigen Beschaffungsprojekten der Programme "Line Communications, Intelligence and Security" der Bundeswehr.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa wurden Obleute im Verteidigungsausschuss durch das Verteidigungsministerium darüber unterrichtet, dass das Unternehmen im Besitz von Dokumenten zu zwei künftigen Beschaffungsvorhaben der Bundeswehr ist. Es bestehe der Verdacht, dass sich Mitarbeiter die Unterlagen aus dem Bereich der Bundeswehr beschafft hätten. Der Konzern habe den Sachverhalt auch der Staatsanwaltschaft München mitgeteilt.

20 Mitarbeiter offenbar freigestellt

Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte, man sei von Airbus über den Vorfall informiert worden, die zuständigen Obleute im Bundestag seien unterrichtet worden. Die Rechtsabteilung habe Untersuchungen zum Sachverhalt eingeleitet.

Wie die "Bild"-Zeitung ohne nähere Quellenangaben berichtete, wurden am Dienstag rund zwanzig Angestellte des Konzerns freigestellt. Akten und Computer seien sichergestellt worden. Das Unternehmen habe disziplinarische Schritte gegen einen Mitarbeiter eingeleitet.

Fall Airbus: Verteidigungsministerium untersucht „Dokumentenmissbrauch“
Sabine Müller, ARD Berlin
19.09.2019 10:16 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. September 2019 um 08:15 Uhr.

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