Guillaume Faury | Bildquelle: GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX

Wechsel an der Spitze Franzose Faury soll Airbus führen

Stand: 08.10.2018 20:15 Uhr

Der Franzose Faury soll künftig den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Airbus leiten. Er löst im Frühjahr den deutschen Konzernchef Enders ab, wie das Unternehmen bekannt gab.

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus bekommt einen neuen Chef: Der Franzose Guillaume Faury soll Tom Enders an der Spitze des Konzerns ablösen. Der 50-jährige Faury führt derzeit die wichtige Verkehrsflugzeugsparte und soll nach der Hauptversammlung am 10. April 2019 den Posten übernehmen. Das hat der Verwaltungsrat einstimmig entschieden. Die Anteilseigner müssen ihn noch in das Führungsgremium des Konzerns wählen.

Enders bezeichnete Faury als "ausgezeichnete Wahl". Der Manager kenne die Branche gut und stehe durch seine Werte und seine internationale Orientierung "für eine neue Generation von Führungspersönlichkeiten, die Airbus im kommenden Jahrzehnt benötigt". Enders sicherte ihm zu, für einen reibungslosen Übergang zu sorgen.

Faury galt schon als Kronprinz

Faury galt bereits als Kronprinz für den Gesamtkonzern, seit er im Februar die Führung des größten Airbus-Geschäftsbereichs übernommen hatte. Vorher hatte er seit 2013 die Helikopter-Sparte geleitet.

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Der Franzose Guillaume Faury galt als Kronprinz für den Gesamtkonzern Airbus.

Ob der Manager zusätzlich zu seinem künftigen Job als Vorstandschef auch die Verkehrsflugzeugsparte weiterführen wird, ist noch unklar. Noch berief der Konzern keinen Nachfolger für die Leitung des Verkehrsflugzeuggeschäfts. Medien hatten zuvor berichtet, dass Airbus die beiden Funktionen bei Faury bündeln wolle. Daher kann es sein, dass der Konzern diese Entscheidung erst später fällt.

Faury studierte Ingenieurwissenschaften an der renommierten französischen Elite-Hochschule École Polytechnique und Luftfahrttechnik in Toulouse. Er hat auch eine Lizenz als Flugtest-Ingenieur. Seine Karriere begann er bei der französischen Rüstungsbehörde DGA, wo er unter anderem für die Flugtests des Kampfhubschraubers Tiger zuständig war. Später arbeitete er viele Jahre bei Airbus Helicopters, das früher Eurocopter hieß, mit einem zwischenzeitlichen Abstecher zu Peugeot.

Enders wollte keine neue Amtszeit

Enders hatte bereits Ende 2017 angekündigt, dass er nach dem Ablauf seines Vertrags keine neue Amtszeit anstrebt. Der von Korruptionsermittlungen erschütterte Luftfahrt-Riese hatte damit einen personellen Neuanfang eingeleitet. Enders steht seit 2012 an der Spitze des Konzerns, der damals noch EADS hieß. Der Deutsche baute Airbus um, leitete die Umbenennung von EADS in Airbus ein und straffte die Führungsstrukturen. Dabei setzte er sich stets dafür ein, den Staatseinfluss zurückzufahren und den Luftfahrtriesen zu einem "normalen Unternehmen" zu machen.

Etwas holprig verlief die Nachfolge des legendären Verkaufschefs John Leahy, der nach 24 Jahren in dem Job in den Ruhestand gegangen war. Nach langer Suche hatte der frühere Rolls-Royce-Manager Eric Schulz den Job übernommen, er trat aber nach wenigen Monaten "aus persönlichen Gründen" wieder ab. Seit September ist nun der deutsche Airbus-Manager Christian Scherer für die Vermarktung der großen Airbus-Jets zuständig.

Verdacht auf Betrug und Korruption

Im vergangenen Jahr hatten schon länger laufende Ermittlungen in Großbritannien und Frankreich den Konzern unter Druck gesetzt. Eine britische Behörde geht dem Verdacht auf Betrug, Bestechung und Korruption bei Geschäften der zivilen Luftfahrtsparte nach. Auslöser war eine Selbstanzeige des Unternehmens. Auch die französische Finanzstaatsanwaltschaft ermittelt.

Airbus und Boeing dominieren Weltmarkt

Airbus beschäftigt laut seinem jüngsten Jahresbericht weltweit gut 129.000 Mitarbeiter, davon 46.000 in Deutschland. Neben den großen Verkehrsflugzeugen wie dem Mittelstreckenflieger A320neo und dem weltgrößten Passagierjet A380 baut Airbus beispielsweise den Militärtransporter A400M und Satelliten. Airbus dominiert mit seinem Wettbewerber Boeing den Weltmarkt für Verkehrsflugzeuge. 2017 meldete Airbus mit der Auslieferung von 718 Flugzeugen einen Rekord.

Franzose Guillaume Faury soll neuer Chef bei Airbus werden
Sabine Wachs, ARD Paris
09.10.2018 06:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. Oktober 2018 um 21:00 Uhr.

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