Ein Flugzeug der C-Serie von Bombardier | Bildquelle: AFP

Mitten im Handelsstreit Airbus steigt bei Bombardier ein

Stand: 17.10.2017 11:16 Uhr

Der europäische Flugzeugbauer Airbus übernimmt 50,01 Prozent an den C-Serie-Passagierflugzeugen des kanadischen Herstellers Bombardier. Ein politisch delikater Schritt, denn zwischen den USA und Kanada tobt ein Handelsstreit um Bombardier-Flugzeuge.

Der europäische Flugzeugbauer Airbus steigt mit einem Mehrheitsanteil in das Mittelstreckenflugzeug-Programm des kanadischen Herstellers Bombardier ein. Eine entsprechende Vereinbarung für die "C-Serie" von Bombardier sei am Montag unterschrieben worden, teilten die Unternehmen in Toulouse und Montréal mit.

US-Strafzölle von 300 Prozent

Der Schritt ist wegen eines Handelsstreits zwischen den USA und Kanada politisch delikat. Denn die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte Strafzölle auf Flugzeuge von Bombardier angeordnet. Das US-Handelsministerium verhängte in den vergangenen Wochen Anti-Dumping-Zölle in Höhe von 300 Prozent auf bestimmte Bombardier-Jets. Zuvor hatte sich Bombardiers US-Rivale Boeing über angeblich staatlich subventionierte Schleuderpreise bei der C-Baureihe beschwert.

Die Zentrale der "C-Serie" werde im kanadischen Québec verbleiben, teilten Airbus und Bombardier mit. Airbus werde 50,01 Prozent der Gesellschaft halten. "Das ist genau die richtige Partnerschaft für Bombardier", sagte Konzern-Chef Alain Bellemare.

Airbus-Chef Tom Enders sprach von einer "Win-Win"-Vereinbarung. Er habe "keinen Zweifel, dass unsere Zusammenarbeit mit Bombardier die Verkäufe und den Wert dieses Programms enorm steigern werden", erklärte er.

Über dieses Thema berichteten am 17. Oktober 2017 die tagesschau um 12:00 Uhr in der Börsenschalte und NDR Info um 12:41 Uhr in der Wirtschaft.

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