Funktionäre aus den Emiraten gehen eine Treppe vor einem A380 herunter.  | Bildquelle: AFP

Produktionsende des A380 "Schade um den schönen Flieger"

Stand: 14.02.2019 12:05 Uhr

Nur noch 17 A380 werden bis 2021 gebaut - dann ist Schluss. Das Produktionsende des Riesenfliegers löst viel Wehmut aus. Doch so schnell dürfte der Flieger nicht von den Flughäfen verschwinden.

Der Airbus A380 hat schon immer Hoffnungen und Emotionen geweckt - bei Passagieren, Ingenieuren und Besatzungen. Kaum verwunderlich, dass auch das Produktionsende des Riesenjets für Wehmut sorgt.

Der scheidende Airbus-Konzernchef Tom Enders sprach von einer schmerzhaften Entscheidung. Man habe viel Mühe, Geld und Schweiß in das Passagierflugzeug gesteckt, sagte er. "Aber im Geschäft dürfen wir unsere Entscheidung nicht auf Basis von Gefühlen oder Wünschen treffen, sondern basierend auf Fakten." Man wolle auch zukünftig die A380-Flotte unterstützen - insofern sei es auch nicht das Ende des Programms.

Die Geschichte und Probleme des A380
tagesschau 20:00 Uhr, 14.02.2019, Jan Liebold, NDR

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Lob von der Lufthansa ...

Einen ähnlichen Ton stimmt Lufthansa-Chef Carsten Spohr an. Das Flugzeug sei eine "Meisterleistung" aus Europa und "herausragend". "Unsere Kunden und auch unsere Crews lieben das Flugzeug."

Zugleich betonte er die eingeschränkte Wirtschaftlichkeit. Ein profitabler Einsatz des A380 sei "nur auf den extrem nachgefragten Strecken möglich", sagte Spohr am am Rande einer Konferenz in Addis Abeba.

alt Arbeiten am A380

Hier wird am A380 gebaut

Die Fertigung des A380 ist auf mehrere Standorte in Europa verteilt. In Deutschland ist Hamburg-Finkenwerder der wichtigste Produktionsort. Hier werden unter anderem Teile von Rumpf und Bug gefertigt. Auch die Außenhaut wird in Hamburg lackiert sowie die Kabine ausgestattet.

Bremen produziert die Landeklappen, Stade das Seitenleitwerk und Buxtehude die Kabinenkommunikation. Die Auslieferung an einen Teil der Kunden ist dann wieder in Hamburg angesiedelt.

Im französischen Toulouse, Sitz des Airbus-Konzerns, wird an der Flugsteuerung gearbeitet. Hier  erfolgt die Endfertigung. Weitere Standorte in Frankreich sind Nantes und Saint-Nazaire. Broughton in Großbritannien ist für die Flügel zuständig. Auch im spanischen Getafe wird am A380 mitgearbeitet.

... Verständnis bei der Gewerkschaft

Sogar die IG Metall reagierte mit Verständnis auf die Entscheidung des Unternehmens. "Es ist schade um den schönen Flieger", sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. "Aber die Entscheidung des Vorstands ist nachvollziehbar, da sich die A380 nicht verkauft."

Andere Airbus-Programme liefen weiterhin gut. Die Beschäftigten hätten an den norddeutschen Standorten durch die Modelle A320, A330 und A350 reichlich Arbeit. Betriebsbedingte Kündigungen seien per Tarifvertrag bis Ende kommenden Jahres ausgeschlossen. "Diese Regelung wollen wir ausbauen und die Beschäftigung langfristig sichern", sagte Geiken.

Airbus kündigte Gespräche mit der Arbeitnehmerseite an. Das Ende des A380-Programm betreffe 3000 bis 3500 Stellen. Nach Darstellung des Unternehmens wird es zahlreiche Möglichkeiten für interne Stellenwechsel geben. Teile der A380-Serie werden an Airbus-Standorten in Deutschland gefertigt - darunter Hamburg, Bremen, Stade und Augsburg.

Bundeskanzlerin Angela Merkel tauft einen Airbus A380-800 der Lufthansa auf den Namen "Deutschland". (November 2015) | Bildquelle: dpa
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Im November 2015 taufte Kanzlerin Merkel einen Airbus A380 der Lufthansa auf den Namen "Deutschland".

Letzte Maschine in zwei Jahren

Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern hatte am Morgen das Ende der Produktion bis 2021 angekündigt. Grund dafür seien mangelnde Bestellungen. Der Konzern fuhr die Jahresproduktion zuletzt daher von zeitweise bis zu 30 Maschinen auf nur noch sechs Exemplare zurück. Die größte Kundin des A380, die arabische Fluggesellschaft Emirates, hatte ihre Bestellung um 39 A380 reduziert und stattdessen kleinere Modelle geordert. Vor rund einer Woche hatte die australische Fluggesellschaft Qantas die Bestellung von acht A380-Passagiermaschinen zurückgezogen.

Bis 2021 sollen nun noch 17 A380 ausgeliefert werden: 14 für Emirates, drei für die japanische ANA.

Insgesamt lieferte Airbus etwa 230 Modelle des Prestigeprojekts aus - davon allein 123 an Emirates. Diese werden vermutlich noch viele Jahre eingesetzt bleiben - bei allem Wehmut wird der A380 also nicht schnell vom Himmel verschwinden.

Airbus: Letzter A380 rollt 2021 vom Band
Marcel Wagner, ARD Paris
14.02.2019 06:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 14. Februar 2019 Inforadio um 09:40 Uhr, tagesschau24 um 11:00 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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