Die französische Fluglinie Air Azul | Bildquelle: REUTERS

Französische Airline Tausende Aigle-Azur-Passagiere sitzen fest

Stand: 09.09.2019 16:26 Uhr

Seit dem Wochenende hat die französische Airline Aigle Azur alle Flüge gestrichen. 13.000 Passagiere sind von der Insolvenz der Airline betroffen. Aigle Azur fliegt vor allem Algerien an. Die Käufer-Suche läuft. Es gibt mehrere Bieter.

Wegen der Insolvenz der französischen Fluggesellschaft Aigle Azur sitzen weiter Tausende Passagiere fest. Das französische Verkehrsministerium bezifferte die Zahl der Betroffenen am Montag auf 13.000.

Aigle Azur hatte sich vergangene Woche für zahlungsunfähig erklärt und alle Flüge ab dem Wochenende gestrichen. Von den Flugausfällen seien vor allem Verbindungen von Frankreich nach Algerien betroffen, sagte Verkehrs-Staatssekretär Jean-Baptiste Djebbari der Zeitung "Le Parisien". Aber auch Flüge nach Portugal, Russland oder Brasilien seien nicht gestartet. Auf eine Entschädigung können die Reisenden vorerst nicht hoffen.

Schalter der französische  Flugline Aigle Azur | Bildquelle: AFP
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Seit Samstag fliegt Aigle Azur nicht mehr. Etliche Passagiere sitzen fest.

Alle Flüge gestrichen

Gemeinsam mit anderen Fluglinien, darunter Air France, sei ein Hilfsplan erstellt worden, um die Passagiere noch an ihre Ziele zu bringen, so Djebbari. Die Fluggesellschaft hatte von Samstag an alle Flüge gestrichen. Die finanzielle Lage des Unternehmens und die sich daraus ergebenden betrieblichen Schwierigkeiten erlaubten es nicht, Flüge über den Freitagabend hinaus zu gewährleisten, hatte die Airline mitgeteilt.

Vergangene Woche hatte ein Handelsgericht bei Paris ein förmliches Sanierungsverfahren für Aigle Azur eröffnet.

Die französische Fluglinie Aigle Azur | Bildquelle: REUTERS
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Aigle Azur fliegt vor allem Ziele in Algerien an.

Mögliche Interessenten

Die rund 1150 Beschäftigten der Fluggesellschaft bangen um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Djebbari zeigte sich zuversichtlich, dass ein Käufer für Aigle Azur gefunden wird. Air France bestätigte, die insolvente Airline kaufen zu wollen. Ein Sprecher der Gewerkschaft CFDT sagte nach einem Treffen mit Vertretern des französischen Verkehrsministeriums, es gebe insgesamt 14 Kaufangebote. Solche von sogenannten Billigfluggesellschaften wie EasyJet und Vueling seien aber nur "Absichtserklärungen".

Die 1946 gegründete Airline ist auf Flüge von Frankreich nach Algerien spezialisiert. Sie betreibt elf Flugzeuge.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. September 2019 um 17:05 Uhr.

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