Neue Euroscheine | Bildquelle: ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutt

Sozialbeiträge und Mindestlohn Was das Jahr finanziell bringt

Stand: 01.01.2019 12:09 Uhr

Kindergeld, gesetzliche Krankenkassenbeiträge, Mindestlohn: Mit einer Reihe neuer Regelungen sollen viele Bürger finanziell entlastet werden. Und für die Steuererklärung gibt es nun mehr Zeit. Was ändert sich 2019?

Den Bürgern soll in diesem Jahr mehr vom Bruttogehalt bleiben. Die Große Koalition hat dafür an einigen zentralen Stellschrauben gedreht - das Paket hat einen Umfang von knapp zehn Milliarden Euro. So steigt der Grundfreibetrag der Steuerzahler von 9000 auf 9168 Euro.

Zudem soll die "kalte Progression" abgebaut werden, die Einkommenszuwächse zunichte macht. Allein dies soll die Verbraucher um 2,2 Milliarden Euro entlasten.

Förderung von Familien

Vor allem Familien sollen ab diesem Jahr profitieren. Ab Juli steigt das Kindergeld um zehn Euro, zusätzlich wird der steuerliche Kinderfreibetrag von 7428 auf 7620 Euro erhöht.

Eine bessere Förderung erhalten Kindertagesstätten und damit auch Eltern junger Kinder. Die Länder erhalten bis 2022 vom Bund im Rahmen des "Gute-Kita-Gesetzes" 5,5 Milliarden Euro. 2019 sollen es 500 Millionen Euro sein. Mit dem Geld können zum Beispiel längere Öffnungszeiten oder zusätzliche Erzieher für Kindergärten und Kindertagesstätten finanziert werden. Das Gesetz passierte erst Mitte Dezember Bundestag und -rat.

Diverse Änderungen bei Sozialbeiträgen

Viele Menschen in Deutschland können sich über Änderungen bei den Sozialbeiträgen freuen. Die etwa 56 Millionen Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen werden entlastet, weil die Arbeitgeber wieder die Hälfte des gesamten Beitrags von 14,6 Prozent zahlen müssen. Ab 1. Januar 2019 finanzieren sie auch die von den Mitgliedern bisher allein zu zahlenden Zusatzbeiträge zu gleichen Teilen mit. Arbeitnehmer und Rentner sparen dadurch rund 6,9 Milliarden Euro pro Jahr. Wie hoch der Zusatzbeitrag ist, entscheiden die Krankenkassen.

Zum Jahreswechsel wurde der Pflegebeitrag um 0,5 Punkte erhöht und gleichzeitig der Arbeitslosenbeitrag um 0,5 Punkte gesenkt. Der Arbeitslosenbeitrag sinkt von 3 auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2019 um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Allerdings müssen kinderlose Beitragszahler künftig 3,3 Prozent zahlen.

Höherer Mindestlohn

Mehr Geld erhalten auch Bezieher des Arbeitslosengelds II. Alleinstehende mit Hartz IV bekommen acht Euro mehr pro Monat. Der Regelsatz steigt dann auf 424 Euro. Für Jugendliche von 14 bis 17 Jahren gibt es eine Erhöhung um sechs auf 322 Euro.

Bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres werden künftig 245 Euro gezahlt, fünf Euro mehr als bislang. Für Kinder von 6 bis 13 Jahren steigt die Leistung um sechs auf 302 Euro monatlich.

Der gesetzliche Mindestlohn ist mit dem Jahreswechsel von 8,84 Euro brutto auf 9,19 Euro je tatsächlich geleisteter Arbeitsstunde gestiegen. Bereits geplant ist eine weitere Anhebung zum 1. Januar kommenden Jahres auf 9,35 Euro pro Stunde.

Apropos Jahreswechsel. Bei der Steuererklärung gelten nun großzügigere Fristen. Sie muss erst bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingegangen sein. Wer einen Steuerberater beauftragt, hat dann sogar bis Ende Februar des übernächsten Jahres Zeit, die Steuererklärung abzugeben.

Mieterschutz und neue Geldscheine

Ausgeweitet wurde der Mieterschutz. So darf die Miete nach Modernisierungen künftig binnen sechs Jahren nur noch um maximal drei Euro pro Quadratmeter steigen, in bestimmten Fällen nur um zwei Euro. Von den Kosten können statt elf Prozent noch acht Prozent auf die Mieter umgelegt werden. Zudem müssen Vermieter neuen Mietern offenlegen, was der vorherige Mieter gezahlt hat.

Neue 100- und 200-Euroscheine | Bildquelle: REUTERS
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Die neuen 100- und 200-Euroscheine werden ab Mai ausgegeben.

Das neue Jahr bringt auch neues Geld - wenn auch nicht sofort. Ab Mai beginnt die Ausgabe der neuen 100- und 200-Euroscheine. Die Europäische Zentralbank hat dafür neue Sicherheitsmerkmale entwickelt. Zum Beispiel ist der Wert der Scheine als "Smaragd-Zahl" aufgedruckt, die ihre Farbe ändert, wenn man die Banknote etwas neigt. Außerdem sind die neuen Scheine etwas kleiner. Damit ist die zweite Generation von Euro-Banknoten komplett.

2019 heißt aber auch, Abschied nehmen. Weil das Verfahren nicht mehr als sicher genug eingeschätzt wird, gibt es keine TAN-Listen für das Online-Banking mehr. Spätestens ab dem 14. September dürfen Überweisungsaufträgen und andere Bankgeschäften nicht mehr so autorisiert werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Januar 2019 um 05:00 Uhr.

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