Fußballschuhe von adidas und Nike | dapd

Zahlen verbessert Adidas startet Aufholjagd auf Nike

Stand: 07.05.2021 11:26 Uhr

Der Sportartikelhersteller Adidas ist trotz der Corona-Restriktionen im Einzelhandel in diesem Jahr gut aus den Startblöcken gekommen. Im Duell mit Weltmarktführer Nike holte die Dreistreifen-Marke auf.

Das erste Quartal ist beim Sportartikelhersteller Adidas sehr dynamisch verlaufen. Besonders beim Umsatz ließ man den Konkurrenten Nike hinter sich.

Von Januar bis März verbuchte Adidas ein Umsatzplus von einem Fünftel auf knapp 5,3 Milliarden Euro. Um Währungsveränderungen bereinigt betrug das Plus sogar 27 Prozent. Der Gewinn lag bei 554 Millionen Euro - und damit erheblich über dem Vorjahresquartal, das allerdings stark vom Pandemie bedingten Einbruch gekennzeichnet war. Damals hatte Adidas nur ein Nettoergebnis von 26 Millionen Euro verbucht.

Mit seinem hohen Wachstum hat sich Adidas insbesondere im Vergleich zu Nike sehr gut geschlagen. Der Weltmarktführer aus dem US-Bundesstaat Oregon hatte in seinem dritten Geschäftsquartal 2020/21, das von Dezember bis Februar reichte, nur über einen dreiprozentigen Umsatzanstieg berichten können. Der Gewinn legte immerhin um 71 Prozent zu. Allerdings liegt Nike beim absoluten Quartalsumsatz von 10,4 Milliarden bzw. dem -gewinn von 1,5 Milliarden US-Dollar immer noch deutlich vor seinem deutschen Konkurrenten aus Herzogenaurach.

E-Commerce und China treiben Adidas

Für Adidas machte sich zu Jahresbeginn bezahlt, dass der Konzern stärker auf den Verkauf über eigene Online-Kanäle setzt, die in der Corona-Krise einen kräftigen Schub erhalten haben. Zusammen mit dem Verkauf in eigenen Filialen gilt dieses Geschäft als lukrativer als der Verkauf über im Einzelhandel. Im Direktvertrieb kletterten die Erlöse im ersten Quartal um 31 Prozent und machten mehr als ein Drittel des Gesamtumsatzes aus. Die E-Commerce-Umsätze stiegen um 43 Prozent - nach 35 Prozent im Vorjahresquartal. Die mit Abstand dynamischste Entwicklung gab es dabei in China. Hier sprangen die Umsätze um rund das Eineinhalbfache.

Wegen der guten Entwicklung hob Adidas seine Prognose für das Gesamtjahr an. Der Konzern erwartet nun einen währungsbereinigten Umsatzanstieg im hohen Zehnprozentbereich. Bisher hatte der Konzern einen Anstieg um 15 bis knapp 20 Prozent in Aussicht gestellt. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft soll sich im laufenden Jahr auf 1,25 bis 1,45 Milliarden Euro mindestens verdreifachen.

Für seine langjährige Problemmarke Reebok rückt die Trennung nun immer näher. Laut Insidern erwartet Adidas in der kommenden Woche erste unverbindliche Angebote für die Tochter. Finanzvorstand Harm Ohlmeyer hatte im März von einem "gewaltigen Interesse" an Reebok gesprochen.

Nachhaltigkeit im Blickpunkt

Interessant dürfte im weiteren Jahresverlauf werden, inwieweit die Verkäufe nachhaltiger Produkte entwickeln. Adidas hatte sich erst im März im Rahmen seiner Strategie "Own the Game" bis zum Jahr 2025 neue Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Bereits zu diesem Zeitpunkt will Adidas bei eigenen Standorten CO2-neutral sein. Für die gesamte Wertschöpfungskette inklusive aller Zulieferer soll das im Jahr 2050 gelten.

Bereits seit dem Jahr 2015 arbeitet Adidas mit der Umweltorganisation Parley for the Oceans zusammen und bietet in diesem Zusammenhang Schuhe aus recyceltem Plastikmüll an. Konkurrent Nike folgte erst fünf Jahre später mit seiner Kollektion "Space Hippie".

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 07. Mai 2021 um 09:15 Uhr.