Ein Mitarbeiter der Dürr AG montiert einen Lackierroboter.

Wieder weniger Aufträge Abwärtstrend der Industrie hält an

Stand: 08.10.2019 17:17 Uhr

Internationale Handelskriege und verunsicherte Kunden belasten die exportorientierte deutsche Industrie. Nach dem Maschinenbau meldet nun auch das verarbeitenden Gewerbe für August Auftragsrückgänge.

Die deutsche Industrie leidet weiterhin unter internationalen Handelskonflikten. Laut dem Statistischen Bundesamt verzeichnet das verarbeitende Gewerbe im August einen Rückgang der Arbeitsaufträge von 0,6 Prozent. Erwartet hatten Marktbeobachter im Mittel nur ein Minus von 0,3 Prozent.

"Die Auftragseingänge setzen ihren Abwärtstrend fort und sinken auf das Niveau von 2016", erläutert Katharina Huhn, Konjunkturexpertin des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). Kunden im Ausland und inzwischen auch zunehmend im Inland hielten sich vor allem mit Bestellungen für Investitionsgüter wie Maschinen zurück.

Exporte liefen Anfang des Jahres noch gut

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bestätigt den Rückgang der eingehenden Bestellungen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat seien diese im August um 17 Prozent eingebrochen.

Auch für die kommenden Monate erwartet VDMA-Konjunkturexperte Olaf Wortmann kaum bessere Aussichten für die exportorientierte deutsche Schlüsselindustrie. "An den Ifo-Geschäftsexporterwartungen lässt sich ablesen, dass die Maschinenbauer angesichts der konjunkturellen und politischen Risiken weiterhin pessimistisch eingestellt sind", meint Wortmann.

Aktuell laufen die Exporte der Branche allerdings noch - laut VDMA sogar nominal ein Prozent über dem Vorjahr. Vor allem USA (plus acht Prozent) und China (plus zwei Prozent) trugen noch zur höheren Nachfrage bei. Dagegen schwächelten fast alle Schwellen- und Entwicklungsländer. Innerhalb der EU konnten die deutschen Unternehmen ein Prozent mehr exportieren. Zuwächsen in Frankreich standen Rückgänge in Italien und Großbritannien gegenüber.

Ein Airbus 320neo startet. | Bildquelle: dpa
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Die USA verhängt gegen die EU Strafzölle wegen der Subventionen für den Flugzeughersteller Airbus.

Entwicklungen im Ausland haben Einfluss auf die Industrie

Insbesondere die internationalen Handelskonflikte und die Ungewissheiten des Brexit belasten die Geschäfte. Neben dem Dauerstreit zwischen den USA und China hatte sich zuletzt die Auseinandersetzung zwischen der Europäischen Union und Washington zugespitzt. Auslöser waren hier vor allem die Subventionen für den europäischen Flugzeugbauer Airbus beziehungsweise den US-Hersteller Boeing.

Darüber hinaus schwächt der Strukturwandel in der Autoindustrie die Auftragslage der Maschinenbauer. Bei diesem wichtigen Kunden der Maschinenbauer lagen im Drei-Monats-Vergleich Juni bis August 2019 die Bestellungen um acht Prozent unter dem Vorjahreswert.

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