Das Microsoft-Büro im US-Bundesstaat Massachusetts.  | Bildquelle: REUTERS

30 Jahre MS Office Wie Microsoft das Büro revolutionierte

Stand: 01.08.2019 05:29 Uhr

Heute ist es 30 Jahre her, seit Microsoft das Programmpaket Office auf den Markt gebracht hat. Es gibt kaum einen Bürorechner in Deutschland oder auf der Welt, auf dem es nicht installiert ist.

Von Katharina Wilhelm, ARD-Studio Los Angeles

Word, Excel, Powerpoint. Das beinhaltete das erste Microsoft Office Paket - Schreiben, Tabellenkalkulation und Präsentieren wurde so in einem kleinen, handlichen Software-Paket per 3,5 Zoll Diskette und CD-ROM angeboten. Zunächst allerdings nur für die Konkurrenz, nämlich Apple. Erst ein Jahr später war Office auch für alle Windows-Nutzer verfügbar - und veränderte die Arbeitswelt:

"Wir haben das lange vorausgesagt, jetzt ist das die Zukunft."

So erklärt es Microsoft-Gründer Bill Gates selbstbewusst in einem Werbevideo für Office in den 90er-Jahren. Tatsächlich nutzen laut Microsoft nun mehr als eine Milliarde Menschen das Office-Paket.

Wettbewerbshüter besorgt über Vormachtstellung

Die Programme wie Word oder Excel  gab es schon viel länger, doch nun wurde sie zusammen ausgeliefert. Eine Kombination, die für viele Geschäfte und Unternehmen sinnvoll war. Kaum ein Büro kommt ohne diese Grundausstattung für Windows aus. Das brachte auch immer wieder die Wettbewerbshüter auf den Plan. Microsoft muss sich dem Vorwurf stellen, die Firma missbrauche ihre Vormachtstellung.

Kritik gab es auch immer wieder an den kleinen, digitalen Helferlein, die mit dem Office Paket mitgeliefert wurden. Clippy, im deutschen Karl Klammer, die sprechende Büroklammer, ging einigen Office-Nutzern mächtig auf den Zeiger.

Im Netz wurde die Klammer mit den großen Augen kontrovers diskutiert - obwohl Microsoft die Klammer optisch im Laufe der Jahre aufpolierte und noch andere Charaktere hinzufügte, wie einen Hund oder einen Zauberer, wurden die Helfer 2008 eingestellt.

Auch wenn es mittlerweile viele Alternativen zum Microsoft Office gibt, wie die Freeware Open Office, die kostenlos installiert werden kann und die ähnliche Programme wie Microsoft anbietet: das Office-Paket ist der Klassiker und das meistverkaufte Softwarepaket für Windows.

 Office nun auch für das iPad

2008 verlässt Bild Gates sein Unternehmen und Steve Ballmer rückt nach. Heute führt Satya Nadella Microsoft. Eine seiner ersten Amtshandlungen: das Tafelsilber Microsofts, das Office-Paket, auch für das iPad einzuführen.

Das französische Hauptquartier des US-Konzerns Microsoft. | Bildquelle: AFP
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Microsoft Office wurde inzwischen auf mehr als einer Milliarde Rechnern installiert.

"Man denke an Einzelpersonen und Unternehmen, die alle möglichen Endgeräte nutzen", so Nadella.

Probleme beim Datenschutz

Mittlerweile bewegt sich Microsoft eher weg von der Softwarebox und hin zu einem Abo-Modell: Office 365 wird als Dienst angeboten, der abonniert wird und der dann auf allen Plattformen, vom Tablet bis zum PC, funktionieren soll.

Zuletzt gab es allerdings Kritik an dem Abo-Modell: Microsoft soll in der Cloud-basierten Version zu viele Daten gesammelt und damit gegen Datenschutzrecht verstoßen haben. Unter anderem hatte der hessische Beauftragte für Datenschutz t entschieden, dass die Microsoft-Software Office 365 an hessischen Schulen derzeit datenschutzrechtlich unzulässig ist, wenn personenbezogene Daten in der europäischen Cloud gespeichert werden. Microsoft will nun nachbessern.

30 Jahre Microsoft Office
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
01.08.2019 09:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das WDR 5 "Morgenecho" am 01. August 2019 um 05:31 Uhr.

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