Auf der Rheinbrücke steht ein Lastwagen quer. | dpa

Erster Sturm des Herbstes "Ignatz" bringt orkanartige Böen

Stand: 21.10.2021 10:26 Uhr

Schwere Böen, kräftige Schauer und Gewitter - der erste ausgewachsene Herbststurm des Jahres hat Deutschland erreicht. Auf exponierten Gipfeln sind laut Deutschem Wetterdienst Orkanböen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde möglich.

Das Sturmtief "Ignatz" hat am frühen Donnerstagmorgen seinen Zug über Deutschland begonnen. Der erste kräftige Herbststurm des Jahres brachte vielerorts heftige Böen mit sich, teils auch Gewitter und Regen. Im Laufe des Tages rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) in einem Streifen über die Mitte bis in den Osten und Nordosten Deutschlands mit schweren Sturmböen und teilweise orkanartigen Böen von bis zu 105 Kilometern pro Stunde. Im Bergland könne es sogar Orkanböen mit bis zu 120 km/h geben.

Den Lagezentren der Polizei lagen zunächst keine größeren Schadensmeldungen vor; vereinzelt habe der Wind Bäume ausgerissen, Schlimmeres sei jedoch nicht passiert, hieß es etwa aus Thüringen und Baden-Württemberg. Im niedersächsischen Delmenhorst war am Mittwochabend ein Mann von einem herabstürzenden Ast getroffen, aber nur leicht verletzt worden, wie die Polizei mitteilte.

In Rheinland-Pfalz mussten Polizei und Feuerwehr mehrere Male ausrücken - meist wegen umgestürzter Bäume. Wie die Polizei Trier mitteilte, fuhr eine Autofahrerin in Speicher (Eifel) in einen umgestürzten Baum und wurde leicht verletzt. Entwurzelte Bäume sorgten zudem für vorübergehende Einschränkungen im Straßenverkehr. So musste die Feuerwehr unter anderem die B42 zwischen Neuwied und Bendorf freiräumen.

Zugausfälle und Verspätungen möglich

Die Deutsche Bahn warnte vor möglichen Zugausfällen oder Verspätungen wegen des Sturms. In Bad Godesberg kollidierte ein Güterzug mit einem Ast, der Fernverkehr Köln-Koblenz war am Morgen beeinträchtigt. Wie ein Sprecher der Deutschen Bahn mitteilte, war der Ast sturmbedingt linksrheinisch auf das Gleis gestürzt. "Wir müssen rechtsrheinisch umleiten und arbeiten mit Hochdruck daran, die Schäden zu beheben."

Kurz vor sieben Uhr sei der Schaden behoben worden, die Fernzüge könnten wieder linksrheinisch fahren, hieß es dann wenig später. Die Fernzüge waren zuvor seit den frühen Morgenstunden zwischen Köln und Koblenz umgeleitet worden und hatten Verspätungen zwischen 20 und 90 Minuten. Die DB rechnete aber auch nach Beseitigung des Schadens noch mit "leichten Folgeverspätungen". Meldungen über Störungen des Regionalverkehrs auf der Strecke lagen nicht vor. Bei dem Unfall in Bad Godesberg habe es keine Verletzten gegeben.

"Kurzlebige" Tornados nicht ausgeschlossen

In der Nordhälfte Deutschlands warnte der Wetterdienst vor ostwärts ziehenden Gewittern, bei denen orkanartige Böen mit bis zu 105 Kilometern pro Stunde wehen könnten. "Kurzlebige Tornados" seien dabei nicht ausgeschlossen, hieß es.

Im Laufe des Nachmittags lässt der Wind den DWD-Angaben zufolge von Westen her wieder nach. Es wird insgesamt kühler. Am Donnerstag liegen die Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad, im Westen und Norden zwischen 12 und 15 Grad.

Auch Frankreich von Sturmböen betroffen

Heftige Sturmböen verursachten auch in Nordfrankreich Störungen im Verkehr und bei der Stromversorgung. Etwa 250.000 Haushalte seien ohne Strom, schrieb Netzbetreiber Enedis auf Twitter. Allein in der Normandie waren demnach 80.000 Haushalte betroffen.

Im Norden und Nordwesten des Landes kam es teils zu massiven Zugausfällen. Auch in der Region um Paris herum war der Verkehr eingeschränkt. Die Sturmböen waren laut Météo France mit bis zu 175 Kilometern pro Stunde über das Land gezogen. Am Morgen galt noch für drei Départements im Nordosten die Warnstufe Orange.

Über dieses Thema berichteten am 21. Oktober 2021 NDR Info um 04:05 Uhr (Nachrichten), die tagesschau um 09:00 Uhr und tagesschau24 um 09:30 Uhr.

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Moderation 21.10.2021 • 12:21 Uhr

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