Der "Deutschlandtag" der Jungen Union ist vorbei. Was bleibt, sind die vielen offenen Baustellen bei der Union. Denn weder die Frage nach dem Parteivorsitz noch nach dem inhaltlichen Profil wurden geklärt. Von Eva Ellermann.
Auf dem "Deutschlandtag" der Jungen Union hat der Fraktionsvorsitzende Brinkhaus die Union aufgefordert, stärker zusammenzuhalten. Vor allem die Indiskretion seiner Parteifreunde bemängelte er. Allerdings musste auch er Kritik einstecken.
Trotz so mancher Stichelei hatte CSU-Chef Söder nicht nur in der eigenen Partei lange starken Rückhalt. Doch die Kritik an Söder wächst - auch weil viele seiner Versprechen unerfüllt blieben. Von M. Heim und P. Jerabek.
Opposition sei Mist, hat ein SPD-Politiker einmal gesagt. Aber vielleicht braucht die CDU genau diesen Dünger, um in Zukunft wieder aufzublühen, analysiert Sabine Henkel. Die Partei müsse sich jetzt konsequent verjüngen - aber nicht nur das.
Zwei Wochen nach dem historischen Wahldebakel rumort es weiter in der Union. CSU-Chef Söder kritisierte erneut Kanzlerkandidat Laschet - und erhielt deutlichen Gegenwind von Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther.
Nach der historischen Wahlschlappe der Union stand zuletzt vor allem CDU-Chef Laschet in der Kritik - Forderungen nach einem Rücktritt wurden lauter. Nun erinnern einige an das Verhalten von CSU-Chef Söder.
Die Aussagen von CDU-Chef Laschet seien das "Angebot eines Rückzugs", sagt Wirtschaftsminister Altmaier - und lobt den Schritt. Auch andere CDU-Politiker werten Laschets Ankündigung, die Partei neu aufzustellen, positiv.
Bis zum Parteitag will er CDU-Chef bleiben und auch an Jamaika glaubt er weiter: Laschets Rücktrittsunwille stößt in der CDU zunehmend auf Kopfschütteln. Mögliche Nachfolger bringen sich schon in Stellung - Laschet aber will noch mitbestimmen. Von M. Stempfle.
Zahlreiche CDU-Politiker fordern eine Neuaufstellung der eigenen Partei - Innenexperte Bosbach etwa plädiert für einen Generationenwechsel. Andere mahnen zu kurzfristiger Geschlossenheit, auch weil für sie Jamaika-Sondierungen nicht vom Tisch sind.
SPD, Grüne und FDP steuern mit ihrer Ankündigung gemeinsamer Beratungen deutlich auf ein Ampel-Bündnis zu. CSU-Chef Söder und andere Unionspolitiker halten Jamaika deshalb für so gut wie gescheitert - nur einer hofft noch.
Leise im Ton, viel Konjunktiv: Armin Laschet gab sich nach dem Treffen von Union und Grünen betont werbend. Für ihn geht es bei der Option auf ein Bündnis mit Grünen und FDP um alles oder nichts. Von K. Joachim und C. Feld.
Als konstruktiv und ernsthaft bewerten Grüne und Union ihr erstes Sondierungstreffen. Die Union wünscht sich eine Fortsetzung. Die Grünen ließen diese Möglichkeit offen und wollen sich zunächst intern beraten.
Kurz vor eigenen Gesprächen mit CDU/CSU haben die Grünen die Union dafür kritisiert, Informationen aus den Sondierungen mit der FDP an die "Bild" weitergegeben zu haben. "Das hat uns schon schwer irritiert", sagt Geschäftsführer Kellner.
Die Union strebt nach wie vor eine Jamaika-Koalition an. Dafür stehen heute Gespräche mit den Grünen an. Doch mitten in der Regierungssuche wird um Parteiposten und eine Neuausrichtung gerungen. Von Sabine Henkel.
Es wurde viel sondiert am Wochenende, doch der Ausgang für eine Regierungsbildung ist weiter offen. SPD und Union warben für sich. Die potenziellen Partner ließen Sympathien für ihre Wunschbündnisse erkennen, blieben aber vage.
Inhaltlich haben Union und FDP einige Schnittmengen - und so betonten die drei Generalsekretäre nach den ersten Sondierungen auch die Gemeinsamkeiten: Es gebe inhaltlich nur "wenig Klippen", so die FDP.
Ein gescheiterter Kandidat, eine verunsicherte Union und die Gefahr, dass alte Machtkämpfe neu ausbrechen: Für CDU-Chef Laschet wird es eng. Michael Stempfle über eine Tragödie mit ungewissem Ausgang.
Die Grünen wollen die bevorstehenden Sondierungsgespräche möglichst schnell abschließen. Man spreche zwar "mit allen", doch gebe es mit der SPD die meisten Übereinstimmungen - und auch mit der FDP habe man "eine ganze Reihe an Gemeinsamkeiten".
Noch vor weiteren Gesprächen loben die Grünen das Verhältnis zur FDP. Beide Parteien wollen sich einzeln auch mit CDU/CSU treffen - obwohl Grünen-Fraktionsvorsitzende Göring-Eckardt die Union derzeit für "nicht sondierungsfähig" hält.
Das Zustandekommen eines ersten Gesprächs zwischen FDP und Union über eine mögliche Regierungsbildung ist noch unklar. Zwar hatte die FDP dieses angeboten. Die CDU habe aber keinen Termin vereinbart, sagte FDP-Generalsekretär Wissing.
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