Die deutschen Importe haben sich im Juli wegen höherer Preise für Öl, Gas und andere Energieprodukte so stark verteuert wie seit 40 Jahren nicht mehr. Das hat auch Folgen für die Verbraucher.
Spätestens seit der Corona-Krise ist die Diskussion über "Peak Oil" neu entbrannt. Viele Ölkonzerne gehen davon aus, dass die Nachfrage ihren Zenit erreicht hat. Das sieht die OPEC ganz anders.
In der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Öl weltweit eingebrochen. Um den Preis wieder zu steigern, wollen die Förderländer ihre Produktion drastisch verringern. Die Einigung fiel ihnen zunächst schwer.
Erst lässt Russland die Vereinbarung mit der OPEC über Ölfördermengen platzen, nun will es offenbar an den Verhandlungstisch zurück. Denn seine Wirtschaft bekommt den Preiskrieg am Ölmarkt deutlich zu spüren.
Saudi-arabische Staatsmedien melden einen Drohnenangriff auf zwei Ölanlagen im Land. Die ausgebrochenen Feuer seien inzwischen unter Kontrolle. Die Huthi-Rebellen reklamierten die Attacke für sich.
Nach der Explosion einer Pipeline in der Nähe der italienischen Hafenstadt Genua drohte eine schwere Umweltverschmutzung. Nun scheint die Situation wieder unter Kontrolle sein. Die Ölschlieren auf dem Mittelmeer lösen sich langsam auf.
Die Spritpreise werden wohl vorerst niedrig bleiben. Die Öl-Förderländer konnten sich auf einem Treffen in Katar nicht auf eine Deckelung der Fördermenge einigen, um den Preisverfall zu stoppen. An den Börsen ging der Ölpreis daraufhin auf Talfahrt.
Der Ölpreis fällt und fällt - inzwischen auf unter 50 Dollar je Barrel. Die Folgen sind immens, nicht nur für Förderländer und Ölkonzerne. Die große Frage: Ist der Preisrutsch Vorbote einer langen Wirtschaftsflaute? Oder hilft er umgekehrt, genau die zu verhindern?
Auf der Suche nach Alternativen zu russischem Öl und Gas setzt EU-Kommissar Oettinger auch auf Aserbaidschan. Doch das Land am Kaspischen Meer ist nicht weniger problematisch als Russland. Es zählt zu den korruptesten weltweit.
Es galt lange als Bollwerk gegen die Abhängigkeit vom OPEC-Öl: das Erdöl aus der Nordsee. Doch die Vorräte gehen rapide zur Neige, die Förderung wird immer teurer und aufwändiger. Trotz neuer Funde in der Nordsee muss bald wieder nach Alternativen und neuen Lieferanten geschaut werden.
Dass die Ölvorräte weltweit schwinden, betrifft auch die Armeen massiv: Panzer oder Jets verbrauchen riesige Mengen Treibstoff. Die Kontrolle über die Reserven wird wichtiger, Kriege um sie wahrscheinlicher. Die Suche nach Alternativen läuft - doch ob die reichen werden, scheint ungewiss.
Kein Öl mehr aus dem Iran: Die EU hofft, dass das Embargo die Regierung in Teheran stärker treffen wird als die Europäer. Doch der Durst nach Treibstoff wächst - weltweit. Vor allem in China und Indien steigt die Nachfrage. Zugleich sinkt das Angebot, die einst ergiebigen Quellen versiegen langsam.
In den Mitgliedsstaaten der EU ist die Einfuhr von iranischem Öl seit Sonntag verboten. Auf das Embargo hatten sich die Außenminister der EU-Staaten im Januar verständigt, um den Druck auf Teheran im Atomstreit zu erhöhen. Der Iran behauptet, er habe neue Käufer gefunden - sagt aber nicht welche.
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