Nach Berichten über tote Arbeiter auf WM-Baustellen Zwanziger fordert Untersuchung in Katar

Stand: 27.09.2019 13:20 Uhr

DFB-Präsident Theo Zwanziger
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FIFA-Funktionär Zwanziger gilt als klarer Gegner der WM in Katar.

Als erster hochrangiger FIFA-Funktionär hat Theo Zwanziger öffentlich auf die Berichte über Todesfälle auf WM-Baustellen in Katar reagiert. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" forderte er eine Untersuchung der Vorwürfe durch die Ethikkommission des Fußball-Weltverbandes. "Im Gesamtkomplex Katar ist dies ein weiterer Gesichtspunkt, der der FIFA-Ethikkommission eine sorgfältige Untersuchung der WM-Vergabe an Katar nahelegen müsste", sagte Zwanziger. Der ehemalige DFB-Präsident gilt als klarer Gegner der umstrittenen WM im Golfemirat.

Berichte über 44 tote Gastarbeiter

Die englische Zeitung "The Guardian" hatte am Donnerstag geschrieben, dass 44 nepalesische Gastarbeiter in Katar in diesem Sommer gestorben seien. Der Bericht hatte international großen Protest von Menschenrechtlern und Gewerkschaftern ausgelöst. Die FIFA hatte bislang lediglich bekanntgegeben, sie sei besorgt über die Berichte und werde Verantwortlichen in Katar kontaktieren. Laut Recherchen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" reagierte auch das WM-Organisationskomitee in Katar entsetzt über die Berichte und kündigte eine Ermittlung der zuständigen Behörden an.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar ist seit der von Manipulationsvorwürfen begleiteten Vergabe im Dezember 2010 immer wieder in der Kritik. In der kommenden Woche berät das FIFA-Exekutivkomitee in Zürich über eine Verlegung des Turniers in die Winter-Monate.

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