Ordner und Polizisten in Schutzausrüstung stehen an einem Tor beim Champions-League-Finale im Stade de France in Paris (Archivbild).  | AP

Nach Chaos beim CL-Finale UEFA kündigt Untersuchung an

Stand: 03.06.2022 21:50 Uhr

Die UEFA will die Tumulte beim Champions-League-Finale in Paris am vergangenen Wochenende untersuchen lassen. Real Madrid forderte Aufklärung, Frankreichs Präsident Macron eine Entschädigung betroffener Fans.

Nach dem Chaos rund um das Champions-League-Finale am 29. Mai in Paris hat sich die Europäische Fußball-Union UEFA bei den betroffenen Fans "aufrichtig" entschuldigt und eine unabhängige Untersuchung angekündigt. Die Fans hätten an einem Abend, "der ein Fest des europäischen Vereinsfußballs hätte werden sollen, beängstigende und erschütternde Ereignisse erleben oder mit ansehen" müssen, hieß es in einer UEFA-Erklärung. "Kein Fußballfan sollte in eine solche Situation gebracht werden, und es darf nicht wieder passieren."

UEFA will Vorkommnisse untersuchen lassen

Die Polizei in Paris hatte rund um das Finale, bei dem Real Madrid den FC Liverpool mit 1:0 besiegte, mehr als 100 Festnahmen und 230 Verletzte registriert. Sie hatte Tränengas eingesetzt, die Anstoßzeit war um mehr als eine halbe Stunde verschoben worden. Viele Fans, die gültige Tickets besaßen, konnten in dem Chaos nicht ins Stadion gelangen.

Die UEFA erklärte das Chaos beim Einlass durch das hohe Aufkommen von Fans ohne gültige Tickets und gab eine unabhängige Untersuchung in Auftrag. Deren Abschlussbericht soll "im Interesse der Transparenz" auf der Webseite der UEFA veröffentlicht werden.

Real und Macron fordern Aufklärung

Von Real Madrid hieß es in einer schriftlichen Erklärung: "Wir fordern Antworten und Erklärungen, damit festgestellt wird, wer die Verantwortlichen waren, die die Fans hilflos und schutzlos zurückließen. Fans, deren allgemeines Verhalten zu jeder Zeit vorbildlich war." Zahlreiche Fans seien belästigt, angegriffen und mit Gewalt ausgeraubt worden. Einige seien so schwer verletzt worden, dass sie die Nacht im Krankenhaus hätten verbringen müssen.

In einem Interview meldete sich auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zu Wort und forderte eine Entschädigung derjenigen, die es trotz Tickets nicht ins Stadion schafften. "Ich denke an die Familien, die herumgeschubst wurden und die nicht zu ihren Plätzen kommen konnten, für die sie bezahlt hatten. Deshalb hoffe ich, dass wir sie so schnell wie möglich entschädigen können."

Fanvertreter kritisieren eine einseitige Darstellung der Ereignisse durch die UEFA. Von der unabhängigen Untersuchung erhoffe man sich ein vollständiges Bild und einen genauen zeitlichen Ablauf der Ereignisse, einschließlich der Untersuchung der Zuschauerströme zum Stadion über die verschiedenen Zugangsstellen.