Tennisprofi Alexander Zverev | Bildquelle: AP

Zverev im Halbfinale "Es fühlt sich genial an"

Stand: 29.01.2020 14:07 Uhr

Alexander Zverev | Bildquelle: dpa
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Alexander Zverev

Nach einem schwachen ersten Satz hat Alexander Zverev die Wende geschafft und ist mit einem Sieg gegen Stan Wawrinka ins Halbfinale der Australian Open eingezogen.

Zverev fand am Mittwoch (29.01.20) ganz schlecht ins Match und verlor den ersten Satz mit 1:6. Dann steigerte er sich aber enorm und gewann die nächsten drei Sätze gegen den Schweizer mit 6:3, 6:4 und 6:2. "Ich war schon bereit, den Medien zu erklären, warum es nicht geklappt hat. Aber dann bin ich doch reingekommen", sagte Zverev direkt nach dem Match im Interview mit dem legendären John McEnroe. "Es fühlt sich genial an. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was mir das bedeutet. Ich hoffe, es ist das erste von vielen Malen."

Zverev bestätigte, dass er sein gesamtes Preisgeld bei einem Turniersieg zur Bekämpfung der Buschbrände in Australien spenden werde. "Dazu stehe ich. Ich bin nicht geldorientiert." Seine Mutter habe immer gesagt, Geld sei dazu da, um anderen Menschen zu helfen.

Thiem schaltet Nadal aus

Dominic Thiem | Bildquelle: AFP
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Dominic Thiem gewann in vier Sätzen gegen Rafael Nadal.

Der beste deutsche Tennisprofi steht erstmals in seiner Karriere im Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Dort wird er am Freitag auf Dominic Thiem treffen. Der Österreicher schaltete den Weltranglistenersten Rafael Nadal aus Spanien in einem begeisternden Match mit 7:6, 7:6, 4:6 und 7:6 aus.

Gegen Thiem hat der 22 Jahre alte Zverev eine negative Bilanz. Als bislang letzter Deutscher hatte 2003 bei den Australian Open Rainer Schüttler das Endspiel bei einem Grand Slam erreicht. Zum bislang letzten Mal im Halbfinale stand Thomas Haas 2009 in Wimbledon.

Für Dominic Thiem, der sich in der vergangenen Woche nach nur wenigen Tagen Zusammenarbeit von Coach Thomas Muster getrennt hatte, ist es die fünfte Halbfinalteilnahme bei einem Grand Slam. Bisher war er nur bei den French Open in Paris in die Runde der letzten Vier eingezogen - dies gelang ihm in den vergangenen vier Jahren. 2018 und 2019 stand er danach jeweils im Endspiel, verlor aber beide Male gegen Nadal.

Ernüchternder Auftakt

An einem herrlichen Sommertag betrat Zverev mit dem Wissen die Rod-Laver-Arena, den Schweizer in beiden vorangegangenen Duellen bezwungen zu haben - allerdings waren sich die beiden auf einer solch bedeutungsvollen Bühne ihrer Sportart noch nicht begegnet.

Die Partie begann für den Hamburger mit einem Rahmentreffer, und er hatte anfangs allen Grund, den Kopf zu schütteln. Der Melbourne-Sieger von 2014 aus Lausanne dominierte den ersten Satz. Nach nur 24 Minuten war der einseitige erste Abschnitt vorbei, der erste Satzverlust des Weltranglisten-Siebten im Turnierverlauf perfekt.

Der Blick auf die Anzeigetafel war ernüchternd. Doch die deutsche Nummer eins ließ sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen. Der Aufschlag bereitete ihm anders als zu Beginn des Jahres auch in seinem fünften Auftritt in Melbourne keine Probleme - und Zverev kam dadurch immer besser in die Partie. Ein Rahmenball und ein riskanter Topspin-Volley von Wawrinka, der weit ins Aus flog, bescherten Zverev in den Sätzen zwei und zwei die entscheidenden Breakchancen. Der 1,98 Meter große Schlaks aus Norddeutschland spielte in den entscheidenden Situationen geduldig und immer besser.

Im dritten Satz ließ Zverev bei Wawrinkas Aufschlag noch zwei Satzbälle aus, machte dann aber bei eigenem Service die Satzführung perfekt. Anschließend ließ er an seinem Sieg keine Zweifel mehr.

Halep und Muguruza spielen um Einzug ins Finale

Die Halbfinals bei den Damen stehen schon fest. Wimbledonsiegerin Simona Halep aus Rumänien dominierte ihr Viertelfinale klar und ließ der Estin Anett Kontaveit in Melbourne beim 6:1, 6:1 keine Chance. In nur 53 Minuten beendete Halep das einseitige Geschehen in der Rod-Laver-Arena und sicherte sich ihren Viertelfinal-Erfolg.

"Perfektion gibt es nicht", sagte die Weltranglisten- Dritte aus Rumänien. "Ich bin wirklich glücklich, dass ich mein bestes Tennis spielen kann." Halep hat im Turnierverlauf noch keinen Satz abgegeben und ihre Mitfavoritenrolle untermauert.

Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft Halep am Donnerstag nun auf Garbiñe Muguruza. Die wiedererstarkte Wimbledonsiegerin von 2017 bezwang die Russin Anastassija Pawljutschenkowa 7:5, 6:3. Das zweite Halbfinale bestreiten die australische Weltranglisten-Erste Ashleigh Barty und Sofia Kenin aus den USA.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Januar 2020 um 09:00 Uhr.

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