Alexander Zverev ballt die Faust nach einem Punktgewinn | Seth Wenig / AP

US Open Zverev im Viertelfinale, Otte scheidet aus

Stand: 07.09.2021 07:06 Uhr

Alexander Zverev hat den Italiener Jannik Sinner in drei Sätzen besiegt und steht im Viertelfinale der US Open. Oscar Otte verlor gegen den Italiener Matteo Berrettini - vor allem wegen einer Verletzung. Novak Djokovic kam souverän weiter.

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Zverev gewann am Montag (06.09.2021) mit 6:4, 6:4, 7:6 (9:7). Im Viertelfinale trifft er nun auf Lloyd Harris (Südafrika), der den US-Amerikaner Reilly Opelka besiegte und zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier steht.

Zverev kann sich auf starken Aufschlag verlassen

Zverev konnte sich vor allem in den ersten beiden Sätzen auf seinen starken Aufschlag verlassen. Erst im dritten Abschnitt geriet er in Bedrängnis, als er einige Satzbälle abwehren musste. "Es war von Anfang bis Ende ein Match auf hohem Niveau. Ich bin happy, dass ich ohne Satzverlust weiter bin und bin gespannt, was in dem Turnier noch drin ist", sagte Zverev.

Zverev kann der zweite Profi nach Andy Murray 2012 werden, der im selben Jahr Olympia-Gold und den Titel in New York holt. Es wäre zudem sein erster Grand-Slam-Titel. Im Halbfinale könnte er auf Novak Djokovic treffen.

Otte scheidet nach Verletzung gegen Berettini aus

Oscar Otte beim Aufschlag während des Spiels | Al Bello / AFP

Der Deutsche Oscar Otte Bild: Al Bello / AFP

Der Qualifikant Oscar Otte schied gegen den Italiener Matteo Berrettini aus. Der Kölner verlor mit 4:6, 6:3, 4:6, 2:6. Nach dem verlorenen ersten Satz gelang ihm noch der Ausgleich, den dritten Durchgang verlor er jedoch.

Im vierten Satz musste Otte mehrfach an seiner Schlaghand behandelt werden, nachdem er beim Stande von 1:1 bei einem Überkopfball gestürzt war. Unter ungleichen Voraussetzungen spielte Otte das Match zu Ende. Berrettini hatte angesichts der Verletzung Ottes im vierten Satz leichtes Spiel. Der Weltranglisten-144. war als klarer Außenseiter in das Match gegangen und wäre mit einem Sieg der am niedrigsten eingestufte Spieler in der Runde der letzten acht in New York seit Jimmy Connors 1991 gewesen.

Ein weiterer deutscher Qualifikant im Achtelfinale war Peter Gojowczyk aus München, der am Sonntag in fünf Sätzen dem spanischen Toptalent Carlos Alcaraz unterlag.

Djokovic souverän ins Viertelfinale

Topfavorit Novak Djokovic hat derweil souverän das Viertelfinale erreicht. Der serbische Weltranglisten-Erste gewann am Montag gegen den Amerikaner Jenson Brooksby mit 1:6, 6:3, 6:2, 6:2 und hatte dabei nur am Anfang ein paar Probleme mit dem 20 Jahre alten US-Boy. Djokovic, der in New York seinen 21. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier anstrebt, bekommt es jetzt mit Matteo Berrettini zu tun.

Bencic weiter stark mit Sieg gegen Swiatek

Bei den Damen spielt Belinda Bencic aus der Schweiz weiter stark auf. Die 24-Jährige besiegte Iga Swiatek aus Polen 7:6 (14:12), 6:3 und zog nach 2014 und 2019 zum dritten Mal in New York ins Viertelfinale ein. Vor zwei Jahren schaffte sie ihr bestes Resultat mit einer Halbfinalteilnahme.

Bencic hat in diesem Jahr in Flushing Meadows noch keinen Satz abgegeben. Gegen Swiatek war es im ersten Durchgang sehr eng, doch die Weltranglisten-Zwölfte behielt die Nerven und agierte dann im zweiten Durchgang überlegen. Bencic trifft nun auf die erst 18 Jahre alte britische Qualifikantin Emma Raducanu, die weiter für Aufsehen sorgt.

Qualifikantin Raducanu weiter stark

Raducanu ließ der Amerikanerin Shelby Rogers bei ihrem 6:2, 6:1-Erfolg nicht den Hauch einer Chance und ist erst die dritte Qualifikantin, die seit Einführung des Profitennis 1968 ins Viertelfinale vorgestoßen ist. "Ich fühle mich sehr selbstbewusst und bin glücklich, wie ich hier in den Staaten auftrete", sagte Raducanu: "Ich habe das Gefühl, dass ich mit jedem Match besser werde."

Mit Angelique Kerber war in der Nacht zum Montag die letzte verbliebene deutsche Spielerin gegen Leylah Fernandez ausgeschieden.

"Es ist schwer" - Sloane Stephens veröffentlicht Hassnachrichten

Angesichts von zahlreichen Hassnachrichten in Online-Netzwerken hat die Tennisspielerin Sloane Stephens aus den USA einige der an sie gerichteten Botschaften veröffentlicht. "Ich bin ein Mensch", schrieb sie auf Instagram. "Es ist so schwer, solche Nachrichten zu lesen. Ich poste aber ein paar davon, damit ihr sehen könnt, wie das ist."

Stephens hatte am Freitag in der dritten Runde der US Open gegen Angelique Kerber verloren und danach nach eigenen Angaben mehr als 2.000 Hassnachrichten und Drohungen bekommen. In einer der nun von ihr veröffentlichten Botschaften wird ihr damit gedroht, ihr Bein so stark zu zerstören, dass sie nicht mehr laufen könne.

"Diese Art von Hass ist so anstrengend und endlos", schrieb Stephens. Zuvor hatten schon andere Profisportlerinnen aus verschiedenen Bereichen über psychische Gesundheitsprobleme und den extrem hohen Druck des Sports berichtet.

Quelle: sportschau.de