Fußball-EM-Pokal | dpa

Entscheidung der UEFA Russlands EM-Bewerbungen ungültig

Stand: 03.05.2022 11:51 Uhr

Das UEFA-Exekutivkomitee hat Russlands Bewerbungen für die EM 2028 oder 2032 für ungültig erklärt und russische Teams aus mehreren Wettbewerben ausgeschlossen.

Von Chaled Nahar

Das gab die UEFA am Montag (02.05.2022) bekannt. Russische Teams werden in der Saison 2022/23 weder an der Champions League, der Europa League noch an der Conference League teilnehmen. Auch von der EM 2022 der Frauen ist Russland ausgeschlossen worden. Die Bewerbung um die Austragung der EM der Männer 2028 oder 2032 ist für ungültig erklärt worden.

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Die russische Fußball-Union (RFU) teilte laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur mit, dass man den Entscheidungen widerspreche. "Die RFU wird weiterhin ihre Interessen in den Fällen schützen, die bereits vom Internationalen Sportgerichtshof CAS geprüft werden und behält sich das Recht vor, neue Verfahren einzuleiten." Die bisherige Suspendierung seiner Teams durch die UEFA und die FIFA geht der russische Verband bereits am CAS vor.

Russische Bewerbung brachte die UEFA in Bedrängnis

Am 28. Februar hatte die UEFA wie auch die FIFA russische Teams angesichts des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine suspendiert - nicht aber den Verband, wodurch die EM-Bewerbung grundsätzlich möglich war. Vorbehaltlich einer Einlegung von Rechtsmitteln der russischen Seite bleiben als Bewerbungen übrig:

  • 2028: Eine britisch-irische Bewerbung (England, Wales, Schottland, Nordirland, Irland) und die Türkei
  • 2032: Italien und die Türkei

Mit der Bewerbung hatte Russland die UEFA in eine unangenehme Lage gebracht, in der deutlich wurde, dass sie nur die Teams und nicht den Verband bestraft hatte. Die UEFA begründet die Abweisung der Bewerbung mit ihren Bewerbungsregularien. Darin heißt es: "Jeder Bewerber muss sicherstellen, dass er nicht in einer Weise handelt, die die UEFA (...), das Bewerbungsverfahren oder den europäischen Fußball in Verruf bringen könnte." Zudem müsse man dem Gastgeber ein Startrecht garantieren, was wegen der Suspendierung der russischen Teams derzeit nicht möglich sei.

In ihrer Mitteilung erwähnte die UEFA Belarus nicht. Diktator Alexander Lukaschenko unterstützt Russland beim Angriff auf die Ukraine militärisch.

Ausschluss aus Klubwettbewerben wie der Champions League

Alle Klubwettbewerbe der Männer und Frauen finden ohne russische Teams statt. Das betrifft:

  • Champions League der Männer
  • Champions League der Frauen
  • Europa League der Männer
  • Europa Conference League der Männer

Frauen-EM 2022: Portugal rückt nach

Russland hatte sich für die EM der Frauen 2022 in England qualifiziert. Dort rückt nun Portugal nach - das ist das Team, gegen das sich Russland in den Playoffs der Qualifikation durchsetzte und so die EM-Teilnahme sicherte.

EM-Gruppen 2022
Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D
England Deutschland Niederlande Frankreich
Österreich Dänemark Schweden Italien
Norwegen Spanien Portugal Belgien
Nordirland Finnland Schweiz Island

Frauen-WM: Russland kann sich nicht qualifizieren

Russlands Frauen-Team hat seine ersten Spiele in der Qualifikation für die WM 2023 in Australien und Neuseeland nicht bestreiten dürfen und wird auch die folgenden verpassen. Die Sechsergruppe wird daher mit fünf Teams zu Ende gespielt, teilte die UEFA mit. Der Weg zur WM ist damit zunächst verschlossen.

Keine Teilnahme an Jugendturnieren

Für die U21-EM der Männer 2023 hat Russland bislang ebenfalls keine Qualifikationsspiele absolviert und wird auch die weiteren ursprünglich geplanten Spiele nicht bestreiten dürfen - die EM findet 2023 in Rumänien und Georgien statt. Die U17- und U19-Europameisterschaften der Männer und Frauen werden ebenfalls ohne russische Teams stattfinden.

Finale der Champions League entzogen, aber Dyukov noch im Exco

Alexander Dyukov, Chef von Gazprom Neft und Mitglied der UEFA-Exekutive | Yegor Aleyev via www.imago-images.de

Alexander Dyukov, Chef von Gazprom Neft und Mitglied der UEFA-Exekutive Bild: Yegor Aleyev via www.imago-images.de

Zu Beginn des Kriegs hatte die UEFA Sankt Petersburg das Finale der Champions League entzogen und nach Saint-Denis bei Paris neu vergeben. Außerdem beendete die UEFA ein Sponsoringverhältnis mit Gazprom. Gazprom-Manager Alexander Dyukov, der auch russischer Verbandspräsident ist, sitzt allerdings weiter im Exekutivkomitee.

Quelle: sportschau.de