Das Zielfoto der 1. Etappe der Tour de France: Alexander Kristoff jubelt | Bildquelle: Pool via REUTERS

Tour de France Norweger Kristoff gewinnt erste Etappe

Stand: 29.08.2020 18:50 Uhr

Das war ein schmerzhafter Auftakt der Tour de France 2020 - zahlreiche Stürze prägten den Grand Départ. Den ersten Tagessieg sicherte sich Alexander Kristoff.

Von Christian Hornung

Der Norweger vom Team UAE entschied am Samstag (29.08.2020) von Nizza Moyen Pays über drei Runden mit insgesamt 156 Kilometern zurück nach Nizza mit einem beherzten Antritt 300 Meter vor dem Ziel den Massensprint für sich. Sein Lohn war neben dem Triumph zum Auftakt auch das Gelbe Trikot, das er für den Tagessieg überstreifen durfte.

"Probier es doch einfach mal"

Der dänische Weltmeister Mads Pedersen (TFS) kam eine Radlänge hinter Kristoff über die Ziellinie, Platz drei sicherte sich der Niederländer Cees Bol (SUN). Die deutschen Topfahrer hatten mit dem Sieg an diesem Tag nichts zu tun, der Beste war Jonas Koch (CCC) auf Rang 21.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl, diesen Sieg zu holen", freute sich Kristoff in der ARD. "Ich hatte gar nicht damit gerechnet, so weit nach vorn fahren zu können. Aber als ich mich auf den letzten Kilometern so gut gefühlt habe, dachte ich mir, probier es doch einfach mal."

Schär führt Ausreißer-Trio an

Schon kurz nach dem Start hatte es die erste Attacke gegeben, die von Erfolg gekrönt war. Ein Trio um Routinier Michael Schär (CCC) setzte sich ab und fuhr mehrere Minuten Vorsprung heraus. Auf der regennassen Strecke kam es aber auch bald zu Stürzen: Bei Kilometer 39 erwischte es mit Sam Bennett (DQT) auch einen der Favoriten auf den Tagessieg.

Sagan mit den ersten Punkten

Die erste Sprintwertung des Tages holte sich Schär vor seinen beiden Begleitern Cyril Gautier (BVC) und Fabien Grellier (TDE) - dahinter setzte der große Favorit auf das Grüne Trikot, Peter Sagan (BOH), als Vierter schonmal das erste kleine Ausrufezeichen und holte sich 13 Punkte.

Die Bedingungen blieben aber schwierig, der Regen machte die Abfahrten zu gefährlichen Rutschpartien. Und es erwischte durchaus prominente Fahrer: Pavel Sivakov (IGD), Sieger der Polen-Rundfahrt von 2019, stürzte ebenso wie Julian Alaphilippe (DQT). Beide konnten zwar weiterfahren, verloren durch ihre Radwechsel aber jeweils viel Zeit und Kraft, um sich später wieder ins Peloton zurückzukämpfen.

Pechvogel Sivakov

Und es ging weiter und weiter mit der Sturzorgie, teilweise war erstaunlicherweise sogar ein Ölfilm auf der Strecke, was zusätzliches Risiko bedeutete. Sivakov erwischte es dann tatsächlich ein zweites Mal, mit Schürfwunden an beiden Armen musste er sich am Teamfahrzeug notversorgen lassen. Auch Nikias Arndt (SUN) war unter den Betroffenen, ebenso wie Richie Porte, Ion Izagirre oder Andrey Amador (INS), einer der Helfer von Titelverteidiger Egan Bernal.

Tony Martin (TJV) versuchte dann gestenreich, das Feld zu mehr Ruhe und kontrollierterer Fahrweise zu animieren, doch nicht alle - vor allem nicht die Astana-Fahrer - wollten sich mit dem angebotenen Waffenstillstand anfreunden. Immerhin: Die letzte Abfahrt wurde deutlich moderater gefahren, trotzdem erwischte es mit Bennett (TJV) einen weiteren Protagonisten - der aber ebenfalls unter Schmerzen weiterfahren konnte.

Pinot und Greipel verwickelt

Als das Feld mit Tempo 60 dem Ziel entgegensprintete, gab es nur wenige Meter nach der Drei-Kilometer-Marke nochmal einen schweren Massensturz. Der deutsche Altmeister André Greipel (ISN) und der Franzose Thibaut Pinot (GFC) waren unter den Fahrern, die behandelt werden mussten. Immerhin verloren beide keine Zeit auf die Spitze, weil sie sich wie die anderen gestürzten Fahrer so gerade innerhalb der Zone befanden, in der die Sturzopfer so gewertet werden, als wären sie mit ihrer Gruppe ins Ziel gekommen.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 29. August 2020 um 19:03 Uhr.

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