Englische Fans protestieren gegen die Super League | AP

Aus für Super League "Dieses Projekt läuft nicht mehr"

Stand: 21.04.2021 14:54 Uhr

Die drei ursprünglichen Unterstützer der Super League aus Italien, Juventus Turin sowie Inter und AC Mailand, haben sich von den Plänen des Projekts abgewandt.

Sportschau

Schon in der Nacht zu Mittwoch (21.04.2021) hatten alle sechs englischen Klubs verkündet, dass sie nun doch auf eine Teilnahme an der Super League verzichten. Am Mittwoch sagte Andrea Agnelli, Präsident von Juventus Turin und einer der Initiatoren der Super League, vor diesem Hintergrund glaube er nicht mehr an die Zukunft der Liga. Als er von der Nachrichtenagentur Reuters gefragt wurde, ob die Super League auch ohne Klubs aus der Premier League stattfinden könne, sagte Agnelli: "Um offen und ehrlich zu sein: Nein, ich denke nicht, dass dieses Projekt so umgesetzt werden kann."

Aktienkurs stürzt ab

Der Aktienkurs von Juventus stürzte am Mittwochmorgen um mehr als zehn Prozent auf 0,779 Euro ab. Bereits am Dienstag war die Aktie von Manchester United um sechs Prozent nach unten gerutscht, nachdem sie am Vortag noch Zuwächse zu verzeichnen hatte.

United und die fünf weiteren englischen Klubs FC Liverpool, Manchester City, Tottenham Hotspur, FC Arsenal und FC Chelsea hatten schon am Dienstag ihren Rückzug offiziell gemacht. Am Mittwoch entschuldigte sich der US-amerikanische Milliardär Joel Glazer, Eigentümer und Vorstandschef des englischen Fußball-Erstligisten Manchester United, bei den Fans des Klubs.

Inter und AC nicht mehr Teil des Projekts

Inter Mailand ließ ebenfalls am Mittwoch verlautbaren, dass der Klub nicht mehr Teil des Projekts sei. Der aktuelle Tabellenführer der Serie A teilte mit, er wolle den Fans stets das beste Fußballerlebnis bieten. Inter sei der Ansicht, dass der Fußball ein Interesse daran haben müsse, seine Wettbewerbe ständig zu verbessern, um Fans aller Altersgruppen auf der ganzen Welt im Rahmen zu begeistern, hieß es weiter.

Der AC Mailand teilte zur Begründung seines Rückzugs mit: "Die Stimme und die Bedenken der Fans auf der ganzen Welt in Bezug auf das Super-League-Projekt waren laut und deutlich. Unser Klub muss weiterhin sensibel und aufmerksam auf die Meinung derer reagieren, die diesen wunderbaren Sport lieben. Wir werden uns jedoch weiterhin aktiv an der Definition eines nachhaltigen Modells für den Weltfußball beteiligen."

Auch Atlético offiziell raus

Auch Atlético Madrid stünde nun doch nicht mehr für eine Super League zur Verfügung. Der Verwaltungsrat des spanischen Klubs sei am Mittwoch zusammengekommen und habe diese Entscheidung getroffen, teilte Atletico mit. Für den Verein sei die "Eintracht zwischen allen Angehörigen der rot-weißen Familie das Wichtigste", hieß es.

Es gehe vor allem aber um die Wünsche der Fans. Die Spieler und der Trainerstab um Chefcoach Diego Simeone seien mit der Entscheidung zufrieden, wurde betont. Sie seien der Überzeugung, dass "die sportlichen Verdienste Vorrang vor allen anderen Kriterien haben müssen".

Mit Real Madrid und dem FC Barcelona bleiben noch zwei spanische Klubs in der Super League. Auch von ihnen wird in Kürze erwartet, dass sie das Projekt offiziell aufgeben.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichteten am 21. April 2021 NDR Info um 12:50 Uhr in den Nachrichten und das ARD-Mittagsmagazin ab 13:00 Uhr.