Tom Brady und Julian Edelman feiern den Super Bowl 53 | Bildquelle: USA TODAY Sports

American Football Patriots sichern sich den sechsten Titel

Stand: 04.02.2019 04:28 Uhr

Tom Brady und Julian Edelman feiern den Super Bowl 53 | Bildquelle: USA TODAY Sports
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Tom Brady und Julian Edelman feiern den Super Bowl 53

Die New England Patriots haben ihren sechsten Super Bowl gewonnen und ziehen damit mit dem bisherigen Rekordmeister Pittsburgh Steelers gleich. Die 53. Auflage zwischen den Los Angeles Rams und den Patriots brauchte aber lange, um richtig in Fahrt zu kommen. Erst sieben Minuten vor Spielende erzielten die Patriots in Atlanta beim Stand von 3:3 den ersten Touchdown der Partie und brachten sich damit auf die Siegerstraße. 13:3 hieß es am Ende.

Erik Gläsel

Nach dem Offensiv-Spektakel im Vorjahr gab es beim diesjährigen Endspiel der US-amerikanischen Football-Liga NFL das Kontrastprogramm: Mit insgesamt 16 erzielten Punkten stellte das Duell am Sonntag (03.02.2019/Ortszeit) einen Negativrekord auf. Den bisherigen hielt der Super Bowl 1973 zwischen den Miami Dolphins und den Washington Redskins, als beim 14:7 nur 21 Punkte zustande kamen. Damit erscheint es nur allzu logisch, dass die Defensiv-Reihen beider Teams das Spiel prägten.

In der ersten Halbzeit hätte es für den jungen Quarterback Jared Goff in Diensten der Rams kaum schlechter laufen können. Von sechs Ballbesitzphasen mussten vier nach den ersten drei Versuchen mit einem Punt aufgegeben werden, es gelangen lediglich zwei neue erste Versuche und nur 57 Yards Raumgewinn. Allerdings hätte sein Gegenüber Tom Brady auch einen besseren Start erwischen können. Sein erster Pass landete direkt in den Händen der gegnerischen Defensive in Person von Cory Littleton.

Julian Edelman wird Super-Bowl-MVP 2019 | Bildquelle: AP
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Julian Edelman wird Super-Bowl-MVP 2019.

Rams-Defensive hält Los Angeles im Spiel

Die Rams-Defense konnte das fehlende Angriffsspiel stark auffangen. Sie behielt den Druck auf Brady stets aufrecht und konnte dadurch den Rückstand lange bei nur drei Punkten halten. Der erste Field-Goal-Versuch von Stephen Ghostkowski über 46 Yards verfehlte zudem die Stangen. Lediglich gegen Wide Receiver Julian Edelman fehlte über die gesamte Spielzeit ein probates Mittel. Mit sieben gefangenen Bällen überbrückte Edelman bis zur Pause bereits 93 Yards und sorgte bis dahin für fast die Hälfte des Patriot-Raumgewinns (196 Yards). Am Ende wurde er zum MVP, dem wertvollsten Spieler des Super Bowls gekürt.

Bei einem 3:0-Pausenstand und einer Partie, die lediglich bei Defensiv-Liebhabern für leicht erhöhten Puls sorgte, führte die Pop-Rock-Gruppe Maroon 5 aus Los Angeles durch die traditionell voluminöse Halbzeit-Show. Auch diese riss trotz Pyrotechnik, schillernder Lichteffekte und einiger namenhaften Gastauftritte die rund 75.000 Zuschauer in Atlanta nicht vor Begeisterung aus den Sitzschalen. Dem vergleichsweise verhaltenen Applaus folgten tendenziell gelangweilte Kommentare aus den sozialen Medien.

Das Spiel weiter geprägt von den Defensiven

Nach der Pause wurden beide Teams mutiger, trotzdem fehlte es an explosiven Offensivaktionen auf beiden Seiten. Nachdem Patriots-Safety Patrick Chung früh im dritten Drittel verletzt ausfiel, witterten die Rams eine Schwachstelle in der tiefen Verteidigung New Englands.

Ende des dritten Drittels versuchte es Goff mit einem weiten Pass in die Endzone, fand dort seinen Wide Receiver Brandin Cooks, der durch einen groben Fehler in der Zonen-Verteidigung der Patriots sträflich frei stand. Hier wurde das Fehlen Chungs deutlich sichtbar, Cornerback Jason McCourty konnte durch einen langen Sprint und ein beherztes Eingreifen den Touchdown in letzter Sekunde verhindern. Statt der Führung gab es kurz darauf einen anderen Höhepunkt.

Einen für Los Angeles an diesem Abend bezeichnenden Rekord stellte nämlich Rams-Punter Johnny Hekker auf. Bei dem achten seiner neun Punts schoß er den Ball über 65 Yards aus der eigenen Endzone und übertraf damit die Bestleistung aus dem Super Bowl 49 von New Englands Ryan Allen, der auch in diesem Endspiel für die Patriots puntete.

Später Touchdown, spielentscheidende Interception

Sieben Minuten vor Ende gelang der erste Touchdown des Spiels durch den Patriots-Runningback Sony Michel. Zuvor brachte Tom Brady sein Team mit einem Wurf über 35 Yards zu Tight End Rob Gronkowski auf zwei Yards vor die gegnerische Endzone.

Die Rams waren nun gefordert und im folgenden Drive sah es zunächst so aus, als hätte das Team von Headcoach Sean McVay eine passende Antwort parat. Doch kurz vor der Endzone der Patriots fing Dont’a Hightower einen Pass von Jared Goff ab. Diese Interception war zwar noch nicht gänzlich spielentscheidend, der Sieg schien angesichts der Souveränität von Spielmacher Brady und lediglich 4:17 Minuten auf der Uhr reine Formsache zu sein.

Während die Patriots die Uhr kontrolliert herunterspielten, erzielten sie ein weiteres Field Goal und konnten damit den Endstand von 13:3 herstellen. Zwar kamen die Los Angeles Rams am Ende noch mit etwas über einer Minute Spielzeit in Ballbesitz, den sie allerdings nicht mehr in Punkte verwandeln konnten. Greg Zuerleins verfehltes Field Goal aus 48 Yards lies alle verbliebenen Hoffnungen auf eine späte Aufholjagd schwinden.

Für New England ist es der sechste Titel innerhalb von 17 Jahren. Das Publikum in Atlanta zollte der Leistung von Headcoach Bill Belichick und Quarterback Tom Brady Tribut, immer wieder waren Brady-Rufe von den Rängen zu hören, auch wenn der 41-Jährige diesem Endspiel nicht seinen Stempel aufdrücken konnte. Damit zieht das Team aus Boston mit dem bisherigen Rekordmeister, den Pittsburgh Steelers, gleich.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Februar 2019 um 09:00 Uhr.

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