Jonas Hofmann beim Torschuss im Nationaltrikot | IMAGO/ActionPictures

Feste Größe im Nationalteam So wertvoll wie nie - Jonas Hofmanns Höhenflug

Stand: 21.09.2022 07:11 Uhr

Bei Borussia Mönchengladbach hat sich Jonas Hofmann mit langem Anlauf zum Stammspieler und Leistungsträger entwickelt. Beim Nationalteam ist er auf dem besten Weg dahin.

Jens Mickler
Sportschau

Als Jonas Hofmann vor nunmehr sechseinhalb Jahren zu Borussia Mönchengladbach wechselte, wusste der damalige Sportdirektor Max Eberl schon, wen er da holte. Einen jungen, durchaus talentierten Spieler, dessen Können hier und da auf seinen vorherigen Stationen bei Mainz 05 und Borussia Dortmund kurz aufblitzte – mehr aber auch nicht. Hofmann war das, was man in der Branche einen Mitläufer nennt.

So fügte sich der mittlerweile 30-Jährige auch bei Borussia Mönchengladbach ein. Jonas Hofmann bekam seine Einsätze – groß aufgefallen war er in seiner Anfangszeit am Niederrhein nicht. Erste halbe Saison (2015/16): 0 Tore. Zweite Saison (2016/17): 0 Tore. Dritte Saison (2017/18): 0 Tore.

Makel des Null-Tore-Mannes abgelegt

Erst in seinem vierten Jahr legte der gebürtige Heidelberger endlich den Makel des Null-Tore-Mannes ab. Hofmann – immer auf der Suche nach der optimalen Position – schoss nun auch in der Bundesliga seine ersten Tore für die Gladbacher. In dieser Zeit festigte sich sein Ruf als Allrounder – Hofmann verteidigte mal rechts hinten, dann spielte er wieder auf der linken Außenbahn oder rechts offensiv. Es war ein ständiges Hin und Her. Dabei gilt seine Leidenschaft doch der Zehn: "Am liebsten spiele ich zentral, möglichst nah am Tor", sagte er selbst mal über sich.

Die zentrale Offensive blieb sein Traum, aber Jonas Hofmanns Leistungen wurden immer besser. In Mönchengladbach entwickelte er sich in den vergangenen beiden Jahren zu einem Führungsspieler, der aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken ist. Das belegen auch die Zahlen. Auf 17 Scorerpunkte kam der Mann mit der Nummer 23 in den jüngsten beiden Spielzeiten.

In der vergangenen Saison war er mit zwölf Toren sogar bester Borussen-Torschütze. In dieser Saison liegt er mit drei Toren auch schon wieder vorne, allesamt übrigens erzielt als rechter Offensivspieler. Die Zeiten, als Hofmann auf dem Platz hin und her geschoben wurde, sind vorbei. Auch die Zeiten übrigens, in denen er zu hastig abschloss. Die gewonnene Ruhe vor dem Tor ist einer der wichtigsten Gründe für die zurückliegenden Erfolge.

Jonas Hofmann mit Tochter nach dem 3:0 gegen Leipzig  | Frederic Scheidemann/Getty images

Jonas Hofmann mit Tochter nach dem jüngsten 3:0-Sieg der Borussia gegen Leipzig. Bild: Frederic Scheidemann/Getty images

Entwicklung wie im Zeitraffer

Eine ähnliche Entwicklung wie in Mönchengladbach hat Jonas Hofmann auch in der Nationalmannschaft hingelegt - wenn auch im Zeitraffer. Sein Debüt in der DFB-Auswahl gab Hofmann im Oktober 2020 beim 3:3 in der Türkei. Bei der EM 2021 stand Hofmann im Kader, kam aber wegen einer Knieblessur nicht zum Einsatz. Seine Stunde schlug in diesem Juni, als er der deutschen Mannschaft in der Nations League mit seinen Toren gegen England (1:1) und Ungarn (1:1) jeweils das Unentschieden rettete.

Der Ritterschlag folgte dann in diesem Juli. "Wenn man die letzten Spiele sieht, dann muss man schon sagen, dass er gesetzt ist", sagte Bundestrainer Hansi Flick der "Rheinischen Post" und gab Hofmann eine Einsatz-Garantie für das anstehende Turnier in Katar. Hofmann war neben Thilo Kehrer, Timo Werner, Leroy Sané und Ilkay Gündogan einer von nur fünf Profis, die in allen 13 Spielen unter Flick eingesetzt wurden.

Jonas Hofmann schreibt ein Autogramm am 19.9. beim Treffen der Nationalmannschaft, links: Thomas Müller | dpa/Sebatsian Gollnow

Jonas Hofmann schreibt ein Autogramm am 19.9. beim Treffen der Nationalmannschaft. Bild: dpa/Sebatsian Gollnow

Flicks Forderung

Man darf gespannt sein, ob sich Hofmanns Höhenflug nun fortsetzt – in den anstehenden Nations-League-Spielen gegen Ungarn am Freitag (23.09.2022) und England (26.09.2022) und vor allem auch bei seinem ersten großen Turnier, der WM in Katar. Flick hat seinen Auftrag an den "Mann der Stunde" klar formuliert. "Es ist auch für ihn wichtig, dass er weiter seine Leistung zeigt. Er hat seine Position offensiv gespielt und damit ein Zeichen gesetzt und damit gezeigt, dass er in der Nationalmannschaft eine feste Größe ist", so Flick.

In Mönchengladbach ist die Wertschätzung natürlich genauso groß wie in der Nationalmannschaft. Kürzlich verlängerte Hofmann seinen Vertrag bei der Borussia bis zum Sommer 2025, obwohl ihm auch lukrative Angebote, unter anderem aus der Premier League, vorgelegen haben. Hofmann entschied sich für die Borussia, auch deshalb sollen weitere Leistungsträger wie Alassane Plea ebenfalls ihr Bleiben zugesichert haben.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch, dass sie ihn in Mönchengladbach auf seiner Lieblingsposition spielen lassen – dann wäre Hofmanns Glück vermutlich endgültig perfekt.

Quelle: sportschau.de