Anne Haug | Imago

Triathlon | Ironman-WM Ironman-WM: Haug Dritte - Ryf und Blummenfelt triumphieren

Stand: 08.05.2022 13:44 Uhr

Bei der Ironman-WM in St. George/Utah in den USA ist Anne Haug als starke Dritte erneut aufs Podium gelaufen. Der Titel ging am Samstag (07.05.2022) einmal mehr an Daniela Ryf, bei den Männern beendete der Norweger Kristian Blummenfelt eine deutsche Serie.

Von Patrick Stricker

Erstmals seit 2013 kommt der Ironman-Weltmeister nicht aus Deutschland. Der 28-jährige Blummenfelt absolvierte die Strecke über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen in einer Zeit von 7:49:16 Stunden.

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Den zweiten Platz sicherte sich der Kanadier Lionel Sanders (+4:46 Minuten), der erst wenige Meter vor der Ziellinie am Neuseeländer Braden Currie (+5:03) vorbeizog. Bester Deutscher war Florian Angert aus Weinheim, der bei seinem WM-Debüt ein starkes Rennen ablieferte und mit einem Rückstand von 10:19 Minuten Fünfter wurde.

Angert: "Das war hart"

Im Vorfeld hatte er eine Top-fünf-Platzierung als Ziel ausgegeben. "Die letzten fünf Kilometer hatte ich nur noch Krämpfe", sagte Angert: "Am Ende war mir alles egal, ich wollte einfach nur noch ins Ziel. Eine Verpflegungsstelle war am entscheidenden Punkt nicht da, das war hart."

Sebastian Kienle (Mühlacker) - Weltmeister von 2014 - beendete den Wettkampf mit einem Rückstand von 25:18 Minuten auf Rang 14. Andreas Dreitz (Lichtenfels) hatte das Rennen vorzeitig abbrechen müssen, nachdem er auf dem Rad mit einem Motorrad zusammengestoßen war. Boris Stein (Eitelborn/+38:48) wurde 17. Titelverteidiger Jan Frodeno und Ex-Weltmeister Patrick Lange waren verletzungsbedingt nicht in die USA gereist.

Ende der deutschen Ironman-Dominanz

Blummenfelt war nach dem Schwimmen als Zehnter aus dem Wasser gestiegen, mit einem Rückstand von 2:10 Minuten auf den Führenden Sam Laidlow aus Frankreich. Am Ende der Radstrecke lag der neue Weltmeister 4:26 Minuten hinter einer fünfköpfigen Spitzengruppe, zu der von Beginn an auch Angert gehörte. Beim Marathon aber spielte Olympiasieger Blummenfelt seine ganze Laufstärke aus: Nach 30,5 Kilometern übernahm er die Führung, die er bis zur Ziellinie nicht mehr abgab.

In den vergangenen Jahren hatten mit Kienle, Frodeno (2015, 2016 und 2019) sowie Lange (2017, 2018) drei Athleten für eine lange Serie deutscher Triumphe gesorgt. 2020 fiel die Ironman-WM, die normalerweise auf Hawaii ausgetragen wird, wegen der Corona-Pandemie komplett aus. In Utah wurde nun die Ausgabe von 2021 nachgeholt. Im Oktober soll der wichtigste und prestigeträchtigste Wettkampf der Triathlon-Szene wieder nach Hawaii zurückkehren.

Ryf zum fünften Mal Ironman-Weltmeisterin

Bei den Frauen fuhr die Schweizerin Daniela Ryf ihren fünften WM-Titel ein. Die 34-Jährige übernahm bereits auf der Radstrecke die Kontrolle über das Renngeschehen, ihre Uhr stoppte nach 8:34:59 Stunden. Der zweite Platz ging an Kat Matthews aus Großbritannien, die 8:50 Minuten nach Ryf ins Ziel kam.

Komplettiert wurde das Podium von Anne Haug aus Bayreuth. Die Weltmeisterin von 2019 lief die schnellste Marathonzeit des Feldes (2:56 Stunden) und hatte am Ende der Strecke einen Rückstand von 12:04 Minuten auf Ryf.

Haug: Ryf "war heute unschlagbar"

"Es war unfassbar hart. Daniela war unschlagbar", sagte Haug nach ihrem Zieleinlauf: "Man hat kein Abo auf einen Sieg. Ich habe alles in die Waagschale geworfen, was ich hatte. Platz drei war alles, was drin war - ich bin super happy." Auf der zweiten Marathon-Runde seien "die Lichter schon ganz schön aus" gewesen: "Jetzt heißt es erst einmal erholen."

Quelle: sportschau.de