Roman Abramowitsch und Cesar Azpilicueta vom FC Chelsea nach dem Gewinn der Champions League 2021 | imago/BPI/Shutterstock/Dave Shopland

Fußball | Premier League Russischer Oligarch Abramowitsch zieht sich beim FC Chelsea zurück

Stand: 27.02.2022 11:45 Uhr

Der russische Einmarsch in die Ukraine hat nun auch Konsequenzen beim FC Chelsea. Der russische Oligarch Roman Abramowitsch übertrug Treuhändern die Verantwortung beim Gewinner der Champions League, er bleibt aber Klubbesitzer.

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Der Milliardär, dem eine Nähe zum russischen Staatspräsidenten Wladimir Putin nachgesagt wird, ließ am Samstagabend (26.02.2022) über seinen Klub aus der englischen Premier League eine Mitteilung verbreiten. "Ich habe Treuhändern der wohltätigen Stiftung von Chelsea die Verantwortung und Fürsorge für den FC Chelsea übertragen", hieß es darin.

Vollständiger oder vorübergehender Rückzug?

Offen blieb, ob Abramowitsch sich dauerhaft oder nur vorübergehend aus dem operativen Geschäft der "Blues" zurückzieht. "In meinen fast 20 Jahren als Eigentümer des FC Chelsea habe ich meine Rolle immer als Hüter des Klubs gesehen, dessen Aufgabe es ist, sicherzustellen, dass wir so erfolgreich sind, wie wir es heute sein können, um gleichzeitig für die Zukunft zu planen und ebenso eine positive Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Ich habe Entscheidungen immer im besten Interesse des Klubs getroffen. Diesen Werten bleibe ich verpflichtet", so Abramowitsch weiter.

Abramowitsch bleibt Besitzer des FC Chelsea

Abramowitsch gab damit die Kontrolle über zentrale Entscheidungen wie Transferbudgets, Spielertransfers und Trainerverpflichtungen. Der Oligarch, der in seinem Statement nicht auf den von seinem Heimatland geführten Angriffskrieg einging, bleibt aber der Besitzer des Klubs, der Berichten in britischen Medien zufolge nicht zum Verkauf steht. Sollte die britische Regierung allerdings als Teil der Sanktionen gegen Russland sein Vermögen beschlagnahmen, könnte das auch den FC Chelsea beinhalten - mit nicht absehbaren Folgen.

"Langer Schatten"

Die Fanorganisation The Chelsea Supporters' Trust forderte deshalb noch am Samstag eine Klarstellung, was Abramowitschs Mitteilung für den Betrieb des FC Chelsea bedeute. "Äußerlich ändert sich nichts", schrieb der "Telegraph" dazu. Aber Darlehen von 1,5 Milliarden Pfund (ca. 1,8 Milliarden Euro) von Abramowitschs Holdinggesellschaft, die dem Verein maßgeblich zum Erfolg verholfen haben, "werfen einen langen Schatten über die Zukunft von Chelsea".

Politische Demonstration von Fußballfans beim Premier-League-Spiel zwischen Chelsea und Tottenham. | imago images/Shutterstock

Politische Demonstration von Fußballfans beim Premier-League-Spiel zwischen Chelsea und Tottenham. Bild: imago images/Shutterstock

Fans des FC Chelsea protestierten am Samstag vor dem Stadion des Klubs an der Stamford Bridge. Abramowitsch sei der Hüter von "Putins blutigen Milliarden" im Vereinigten Königreich, war auf einem Plakat zu lesen.

Schon vor der Erklärung des Klubbesitzers hatte der deutsche Teammanager Thomas Tuchel, der am Sonntag mit Chelsea im Finale des Ligapokals auf den FC Liverpool trifft, Auswirkungen der Debatte über den Geldgeber auf den Verein eingeräumt. "Wir sollten nicht so tun, als sei dies kein Thema. Die Situation für mich und meine Mitarbeiter, die Spieler ist schrecklich", sagte Tuchel.  Für den Klub ergebe die Situation eine große "Unsicherheit", so der Teammanager, "viel schlimmer ist es aber für die wirklich betroffenen Menschen. Unsere besten Wünsche, unsere Gedanken sind bei ihnen, das ist das absolut Wichtigste".

Abramowitsch ist einer von zahlreichen russischen Oligarchen und Firmen, denen aufgrund von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Sanktionen drohen. Im britischen Parlament wurde bereits vorgeschlagen, Abramowitschs Konten einzufrieren und Besitztümer inklusive Chelsea zu beschlagnahmen.

Quelle: sportschau.de