Vinzenz Geiger nach seinem Sieg über die 10km | REUTERS/KAI PFAFFENBACH

Olympia | Peking Kombinierer Vinzenz Geiger fliegt zu olympischem Gold

Stand: 09.02.2022 16:13 Uhr

In der Nordischen Kombination hat Vinzenz Geiger bei den Olympischen Spielen den größten Erfolg seiner Karriere gefeiert. Der Oberstdorfer holte sich mit einer sensationellen Aufholjagd noch Gold. Ganz bitter verlief das Rennen hingegen für Johannes Rydzek.

Von Margot Lamparter

Die deutschen Kombinierer haben in Zhangjiakou nach einem sensationellen Auftritt das erste Gold gefeiert. Vinzenz Geiger konnte am Ende den Krimi um die Medaillen in 25:07,7 Minuten für sich entscheiden. Silber ging an den Norweger Joergen Graabak (+0,8Sek.). Der Österreicher Lukas Greiderer (+6,6s) lief zu Bronze.

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Geiger: "Einfach unglaublich"

"Man darf niemals aufgeben. Ich hab mich einfach gut gefühlt", sagte Geiger nach seinem Coup im ZDF. "Einfach unglaublich." Und schwärmte über das gute Material, dass er in seinem Goldlauf unter den Füßen hatte. "Hab noch nie so einen Ski gehabt. Besser kann es nicht gehn." Bundestrainer Hermann Weinbuch konnte das Ergebnis kaum glauben: "Ich bin auch fassungslos."

Rydzek liefert auf der Schanze

Von den Top acht der Saison waren coronabedingt nur vier am Start, das sollte den sportlichen Wert des Wettkampfs aber nicht schmälern.

Beim Springen hatte zunächst Johannes Rydzek auf den Punkt abgeliefert und das deutsche Team zum ersten Mal von Gold träumen lassen. Nach seinem Sprung auf 104 Meter ging der 30-jährige Allgäuer mit einem Rückstand von 0,43 Minuten als Vierter hinter dem führenden Japaner Ryota Yamamoto (108) auf die anspruchsvolle Strecke. Für Rydzek, einer der besten Läufer im Feld, war der Olympiasieg zum Greifen nahe.

Auch Julian Schmid war nach seinem Satz auf 103 Meter mit nur 0,40 Minuten Rückstand das Rennen als Dritter direkt hinter dem Österreicher Lukas Greiderer (103,5 Meter/+0,38m) angegangen.

Konkurrenz in Lauerstellung

Doch dahinter lauerte mit dem Weltcupführenden Österreicher Johannes Lamparter ein heißer Anwärter auf die Gold-Medaille. Als fünftbester Springer hatte er 1,04 Minuten aufzuholen.

Auch der Finne Illka Herola (+1,09) und der Norweger Joergen Graabak (+1,16) standen auf dem Zettel für die Top-Plätze. Geiger hatte als als Elfter (+1,26) immer noch alle Chancen.

Vierergruppe mit Rydzek und Schmid die Gejagten

Bei der Entscheidung über die 10 Kilometer nahm der Oberstdorf-Express mit Rydzek und Schmid schnell Fahrt auf und schloss zu Yamamoto und Greiderer auf.

Allerdings waren die Verfolger mit Lamparter und überraschend auch Vinzenz Geiger bereits auf Sicht.

Trio hält Führung zur Halbzeit

Aus dem Quartett wurde zur Halbzeit schon ein Trio. Der Japaner verlor den Anschluss, Rydzek, Schmid und Greiderer hielten das Tempo hoch und die Verfolger auf Distanz.

Auf der Schlussrunde erhöhte Rydzek dann das Tempo, Greiderer blieb am Oberstdorfer dran, Schmid konnte nicht mithalten, hatte aber noch Bronze im Blick.

Geiger holt sich in einer wilden Aufholjagd Gold

1,5 Kilometer vor dem Ziel verschärfte Rydzek das Tempo ein weiteres Mal. Allerdings rückten auch die Verfolger mit Geiger, Graabak und Lamparter kontinuierlich näher und sammelten zunächst Schmid ein.

Auch Rydzek hatte nicht mehr genug Körner im Köcher, um sich am Ende gegen den überragenden Schlussspurt von Geiger, Graabak und Greiderer zu wehren. Vinzenz Geiger flog am letzten Anstieg an seinem Teamkollegen vorbei, der bis ins Ziel auch noch Graabak, Greiderer und Lamparter ziehen lassen und sich mit Rang fünf begnügen musste. Schmid kam als guter Achter ins Ziel.

Mitfavoriten Frenzel, Weber, Riiber in Quarantäne

Bitter ist allerdings, dass Goldfavorit Jarl Magnus Riiber (NOR) sowie der dreifache Olympiasieger Eric Frenzel, der estnische Mitfavorit Kristjan Ilves und Terence Weber sich nach positiven Tests noch in Quarantäne befanden. Ein Blitzstart von Weber fiel doch noch aus.

Quelle: sportschau.de