UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. | John Walton/PA Wire/dpa

Fußball Streit um WM-Rhythmus: UEFA erneuert und konkretisiert Kritik an FIFA

Stand: 22.09.2021 17:25 Uhr

Die Europäische Fußball-Union UEFA hat die FIFA für ihre Pläne einer WM alle zwei Jahre erneut kritisiert - und die Forderung nach einer Debatte um den Terminkalender erneuert.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. | John Walton/PA Wire/dpa

Aleksander Ceferin Bild: John Walton/PA Wire/dpa

Sportschau

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat die FIFA-Pläne zur Verkürzung des WM-Zyklus auf zwei Jahre erneut kritisiert und Unverständnis für das Vorgehen des Weltverbandes in der Angelegenheit geäußert. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor, die am Mittwoch (21.09.2021) nach einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees veröffentlicht wurde.

"Die UEFA ist über den gewählten Ansatz enttäuscht, da radikale Reformprojekte bereits kommuniziert und öffentlich beworben wurden, bevor der UEFA die Möglichkeit gegeben wurde, zusammen mit den anderen Interessenträgern in einem Konsultationsverfahren Stellung zu beziehen", hieß es im Schreiben. Am 14. September habe die UEFA und ihre Mitglieder die FIFA darum gebeten, eine Sondersitzung zu organisieren. Doch eine Antwort habe man bislang nicht erhalten, teilte die UEFA mit.

WM alle zwei Jahre - ein Vorschlag und viel Kritik

Die Gedankenspiele der FIFA, die Weltmeisterschaft ab 2028 und Kontinentalturniere wie die Europameisterschaft ab 2025 alle zwei Jahre auszutragen, hatten vor allem in Europa für jede Menge Kritik gesorgt.

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin drohte mit Boykott. Der Deutsche Fußball-Bund stellte sich an die Seite der UEFA und betonte, dass eine derartige Entscheidung "nicht ohne die Zustimmung der europäischen Verbände und des europäischen Fußballs getroffen werden darf".

UEFA konkretisiert Kritik an der FIFA

Die UEFA wies in ihrer Mitteilung auf Gefahren hin, die eine Halbierung des Rhythmus großer Turniere aus ihrer Sicht mit sich bringen würde: So würde der Wert der WM gemindert. Zudem bestünde die Gefahr einer Überforderung der Spieler.

Die UEFA teilte mit, sie hoffe, "dass die zukünftige Gestaltung des internationalen Spielkalenders Gegenstand eines grundlegenden Konsultationsverfahrens und Austausches zwischen der FIFA, den Konföderationen und den wichtigsten Interessenträger der Wettbewerbe sein sollte."

Eine Umfrage, die Fragen offen lässt

Zuvor hatte die FIFA eine Umfrage veröffentlicht, nach der "eine Mehrheit der Fans" für einen kürzeren WM-Rhythmus sein soll. Doch das mit der Mehrheit war so klar dann auch wieder nicht - es gab auch eine andere Lesart der Umfrageergebnisse. Tatsächlich hatten sich nur 30 Prozent für den von der FIFA derzeit mit Nachdruck geförderten Vorschlag eines Zweijahresrhythmus ausgeprochen, während 45 Prozent den derzeit gültigen Vierjahresrythmus bevorzugten.

Die FIFA will den umstrittenen Plan kommende Woche mit seinen Mitgliedsverbänden debattieren. Am 30. September soll ein sogenannter Online-Gipfel über den internationalen Spielkalender stattfinden. Dieser läuft für Frauen Ende 2023 und für Männer 2024 aus.

Quelle: sportschau.de