Christian Prudhomme | AFP

Alle Fahrer negativ Tourchef Prudhomme positiv auf Corona getestet

Stand: 08.09.2020 12:55 Uhr

Christian Prudhomme, der Direktor der Tour de France, ist positiv auf eine Corona-Infektion getestet worden. Alle Fahrer können das Rennen indes nach negativen Testresultaten fortsetzen.

Sportschau

Wie Veranstalter ASO am Dienstagmittag (08.09.2020) mitteilte, sei bei Prudhomme das Virus beim obligatorischen Test im Rahmen des Ruhetages nachgewiesen worden, der 59-Jährige muss sich für mindestens eine Woche von der Frankreich-Rundfahrt zurückziehen.

Mitarbeiter von vier Teams ebenfalls positiv

Das befürchtete Corona-Chaos nach dem Testmarathon am Sonntag und Montag blieb allerdings aus. Sämtliche 166 von ursprünglich 176 noch im Rennen befindlichen Fahrern traten zur zehnten Etappe an. Positive Tests gab es laut einer Pressemitteilung der ASO bei je einem MItarbeiter der Teams Cofidis, AG2R La Mondiale, Ineos Grenadiers und Mitchelton-Scott. Sie mussten die Tour de France verlassen.

Das Tour-Reglement sieht ein strenges Durchgreifen vor: Bei zwei positiven Tests binnen sieben Tagen in einem Team wird die gesamte Mannschaft vom Rennen ausgeschlossen. Der nächste obligatorische Test findet am zweiten Ruhetag am kommenden Montag in Isere statt.

Ex-Profi Lemarchand vertritt Prudhomme

Prudhomme geht es nach eigenen Angaben gut. Er habe keinerlei Symptome, teilte er der ARD mit. Er wird in den kommenden Tagen von ehemaligen Radprofi Francois Lemarchand als Direktor des Rennens vertreten. Prudhomme, der sich nun für sieben Tage in Quarantäne begeben wird, kann frühestens in der dritten Woche zur 17. Etappe zur Tour zurückkehren, sollte sein Testergebnis bis dahin negativ ausfallen.

"Ich werde die Tour für acht Tage verlassen. Ich werde mich wie jeder französische Angestellte in so einem Fall verhalten", sagte der frühere Journalist der Nachrichtenagentur AFP. Prudhomme betonte, dass er keinen Kontakt zu den Fahrern gehabt und auch nicht der sogenannten Blase angehört habe. "Die Fahrer leben wie Mönch-Soldaten, das ist bei mir nicht der Fall." Aufgrund seiner Funktion habe er viele Gäste und Verantwortliche getroffen, so Prudhomme.

Hektik bei Deceuninck-Quick Step

Hektik gab es auch beim Team Deceuninck-Quick Step. Bei der belgischen Mannschaft sei bei der Probe eines Teammitgliedes im Labor ein Fehler unterlaufen. Die betreffende Person wurde am Dienstagmorgen eilig mit einem Krankenwagen zu einem erneuten Tests gefahren, dieser fiel dann aber negativ aus.

Ab Sonntagabend waren alle Mitglieder der "Team-Blasen" - rund 650 Fahrer, Verantwortliche und Betreuer - auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet worden. Es waren die ersten Tests seit dem Star der Tour am 29. August in Nizza.

Quelle: sportschau.de