Fans feiern vor dem Anfield-Stadion in Liverpool. | Bildquelle: AFP

Englische Premier League Chelsea macht Liverpool zum Meister

Stand: 25.06.2020 23:40 Uhr

Eine Liverpool-Anhängerin feuert Chelsea vor dem Fernsehr an | Bildquelle: Action Images via Reuters
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Eine Liverpool-Anhängerin feuert Chelsea vor dem Fernsehr an

Sieben Spiele vor Saisonende steigt in Liverpool die große Party: Durch den Sieg des FC Chelsea über Manchester City ist die Mannschaft von Jürgen Klopp vorzeitig Meister in der Premier League. Eine Durststrecke von 30 Jahren ist damit zu Ende.

Von Christian Hornung

Bei 23 Punkten Voprsprung können die "Reds" nun alle restlichen Spiele verlieren und City jedes gewinnen - die Sache ist durch, und Klopp damit der erste deutsche Trainer, der den Titel im Mutterland des Fußballs holt.

"Die pure Freude"

Liverpool hatte schon am Vorabend mit einem fulminanten 4:0 gegen Crystal Palace die Vorarbeit für seinen insgesamt 19. Titel geleistet. Das durchaus verdiente 2:1 (1:0) von Chelsea gegen die Mannschaft von Pep Guardiola am Donnerstagabend (25.06.2020) bedeutete dann auch rechnerisch die Entscheidung.

"Es ist ganz schwer, das alles jetzt in Worte zu fassen.. Daran habe ich nicht geglaubt"", sagte Klopp kurz nach dem Schlusspfiff mit Tränen in den Augen bei "Sky UK". "Es ist eine unglaubliche Leistung meiner Spieler, es ist einfach die pure Freude, diese Jungs coachen zu dürfen."

Gündogan und Mendy patzen folgenschwer

Christian Pulisic (l.) und Willian bejubeln die Führung gegen Manchester City | Bildquelle: imago images/PA Images
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Christian Pulisic (l.) und Willian bejubeln die Führung gegen Manchester City

Im ersten Durchgang hatte ein krasses Missverständnis vom deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan mit City-Abwehrmann Benjamin Mendy für das Gegentor gesorgt. Statt bei einem Freistoß gemeinsam hinten den Konter abzusichern, ließen beide den Ball passieren und ermöglichten damit dem Ex-Dortmunder Christian Pulisic den Sololauf zum 1:0 (36. Minute) für Chelsea.

City war ohne den verletzten Kun Agüero vorne weitgehend harmlos, allein der Kopfball von Fernandinho (18.) zwang "Blues"-Keeper Kepa zu einer Parade. Erst nach dem Wechsel legten die Manchester-Stars dann auch mal etwas konsequenter den Vorwärtsgang ein.

De Bruyne trifft per Freistoß

Und beinahe hätten sie binnen zwei Minuten das Spiel gedreht. Erst zirkelte Kevin De Bruyne einen direkten Freistoß unhaltbar für Kepa ins linke Eck (55.). Kurz danach hatte Raheem Sterling sogar die Führung auf dem Fuß, traf aber nur den Außenpfosten.

Doch auch Chelsea blieb gefährlich - und City lud den Gastgeber durch üble Abwehrpatzer immer wieder ein. Nach einem Abspielfehler von Torwart Ederson vergab aber Mason Mount eine Großchance (64.), in der 71. Minute hatte Pulisic Ederson schon umkurvt - doch Kyle Walker kratzte den Ball mit einer spektakulären Grätsche noch Zentimeter vor der Linie weg.

Elfmeter und Rot nach Videobeweis

Eine fast genauso sehenswerte Defensivaktion leisteten die "Citizens" nach einer Dreiviertelstunde bei einer Dreifachchance für Chelsea. Der Schönheitsfehler: Am Ende der Rettungstaten nahm Fernandinho kurz vor der eigenen Torlinie die Hand zur Hilfe - nach Videobeweis waren Rot für ihn und Elfmeter für die "Blues" die Folge.

Willian, der den Angriff selbst initiiert hatte, verwandelte den Strafstoß sicher (77.). Und sorgte damit für Partystimmung in Liverpool.

Pierre-Emerick Aubameyang (r.) bejubelt Eddie Nketiah für sein Führungstor | Bildquelle: REUTERS
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Pierre-Emerick Aubameyang (r.) bejubelt Eddie Nketiah für dessen Führungstor

Arsenal wahrt Europa-Chance

Zuvor hatte der FC Arsenal den von Ralf Hasenhüttl tranierten FC Southampton auswärts mit 2:0 (1:0) besiegt und damit seine kleine Chance auf die Europa League gewahrt.

Eddie Nketiah brachte die "Gunners" nach einem katstrophalen Fehler von Southamptons Keeper Alan McCarthy in Führung. Danach verpasste es Arsenal aber, konsequent auf den zweiten Treffer zu spielen und zog sich viel zu weit zurück.

Özil nur auf der Bank

Southampton kam immer besser in die Partie, hatte aber nur eine Großchance, die Routinier Shane Long vergab. Die Rote Karte für Jack Stephens fünf Minuten vor dem Ende war dann die Vorentscheidung, in Überzahl legte Joe Wilcock in der 87. Minute das 2:0 nach.

Mesut Özil sah die Partie 90 Minuten unter einem Sonnenschirm von der Auswechselbank aus, Shkodran Mustafi spielte durch. Torhüter Bernd Leno fehlte wegen einer Bänderdehnung im Knie.

Rückschlag für Watford

Im Tabellenkeller verpasste der FC Watford eine große Chance, sich von den Abstiegsrängen abzusetzen. Durch das 0:1 beim FC Burnley bleibt Watford als 16. nur einen Zähler vor den Klubs, die die Premier League verlassen müssen.

In einer wenig spektakulären, aber hart umkämpften Partie köpfte Jay Rodriguez in der 73. Minute den entscheidenden Treffer für Burnley, das nur einen Punkte hinter Arsenal rangiert.

Quelle: sportschau.de

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