Andreas Sander auf der Piste | WDR/ picture alliance/dpa

Alpine Ski-WM Sander gewinnt Abfahrts-Silber

Stand: 14.02.2021 12:31 Uhr

Andreas Sander schreibt die deutsche Erfolgsgeschichte bei der WM in Cortina d'Ampezzo weiter. Mit einer furiosen Fahrt verpasste der 31-Jährige auf der WM-Strecke Gold nur um eine Hundertstel-Sekunde.

Von Margot Lamparter

Auf der neuen Abfahrtsstrecke in Cortina d’Ampezzo krönte sich am Sonntag (14.02.2021) Vincent Kriechmayr zum Doppel-Weltmeister 2021. Der Super-G-Weltmeister konnte sich in einem spektakulären Rennen mit nur 0,01 Sekunden Vorsprung vor Andreas Sander durchsetzen. Topfavorit Beat Feuz (+0,18) wurde Dritter.

Sportschau

Die dritte Medaille für den DSV: "Das ist für unser Team ein absolutes Sensationsergebnis", strahlte Alpin-Direktor Wolfgang Maier. Die Medaille für Sander ist "für uns gleichzusetzen, wie eine Goldmedaille." Besonders freut ihn folgendes: "Es hat uns ja niemand zugetraut." Entspannt blickt er jetzt auf die weiteren Rennen. "Wir haben jetzt schon mehr als das Soll erfüllt. Alles, was wir jetzt noch bringen, ist eine Zugabe."

Vertigine-Sprung fordert die Speedfahrer

Die Speedspezialisten mussten sich auf der 2.740 Meter langen, durch unterschiedliche Neigungen, Gefälle und Sprüngen garnierten Strecke beweisen. Vom Start weg ging es für die Athleten in unter fünf Sekunden von null auf 100 Stundenkilometer. Als Schlüsselstellen auf dem Weg zum WM-Sieg mussten die Speedspezialisten perfekt durch Traverse und Vertigine-Sprung kommen.

Die Top-Favoriten hatten frühe Startnummern gewählt. Super-G-Weltmeister Vincent Kriechmayr eröffnete das Rennen. "Im Ziel bin ich Erster, fragt sich nur wie lange", sagte er noch vor dem Rennen über seine Wahl. Den Vertigine-Sprung erwischte er perfekt. 1:37.79 Minuten legte er für die Konkurrenten vor. "Kein einfaches Rennen" sagte der Österreicher nach seinem zweiten WM-Erfolg. "Das es mir so gelingt, ist natürlich unglaublich."

Sander: "Es ist sensationell"

Andreas Sander nahm die Herausforderung an, fuhr aggresiv auf Angriff und musste nur in der Traverse nachdrücken. Damit verpasste er die Vorgabe nach einer perfekten Vorstellung aber nur um eine Hundertstel-Sekunde. Das war Silber für den 31-Jährigen. "Ich hab irgendwie vom ersten Tag an gemerkt, die Abfahrt liegt mir. Ich hatte heute einen sensationellen Tag," freute sich Sander. "Das war ein super Lauf." Das findet auch Sportschau-Experte Felix Neureuther: "Super gefahren, das kannst du einfach nicht besser machen." Kriechmayr sei einfach nur frecher gefahren.

Topfavorit Feuz gewinnt Bronze

Kugelblitz Beat Feuz wählte wie Super-G-Siegerin Lara-Gut-Behramin und Abfahrtskönigin Corinne Suter die Schweizer Glücksnummer sieben. Der Topfavorit, der die Disziplinenwertung anführt und beide Abfahrten auf der Streif in Kitzbühel für sich entschieden hatte, erwischte nicht den perfekten Lauf und musste sich hinter Sander einreihen. Das reichte für Bronze, zu Gold fehlten ihm 0,18 Sekunden.

Dreßen feiert Renn-Comeback

Thomas Dreßen feierte nach seiner Hüftoperation sein Comeback. "Ein schöneres erstes Rennen kann man sich einfach nicht aussuchen," sagte er vor seinem Stresstest. Nach 344 Tagen Pause war er gut unterwegs, verpasste aber an der Schlüsselstelle fast ein Tor und verlor zu viel Zeit, um noch ganz vorne mitzumischen. "Das Timing hat speziell im Mittelteil nicht gepasst", erklärte Dreßen. "Dann ist mir der Fehler passiert." Aber insgesamt sei er mit der Fahrt sehr zufrieden. Sein Rückstand auf die Bestzeit nur 1,65 Sekunden damit wurde er 18..

Teamkollege Romed Baumann (+1,30) hatte mit der Silber-Medaille im Super-G den Druck von der Mannschaft genommen. Aber auch für ihn kam beim Vertigine-Sprung der Bruch in der starken Performance. Im Ziel stürzte er dann noch unglücklich und knallte in die Bande. Den Zielbereich konnte er dann aber selbstständig wieder verlassen. Platz 14 am Ende für den Wahl-Bayern. Dominik Schwaiger (+2,11) rundete das starke deutsche Ergebnis als 22. ab.

Mitfavoriten Paris und Mayer geschlagen

Auch Dominik Paris, der zuletzt die Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen gewinnen konnte, ging volles Risiko. Am Vertigine-Sprung trug es ihn jedoch zu weit hinaus, damit war der Italiener geschlagen. Er wurde zeitglich mit Marco Odermatt (SUI) Vierter. Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer verpasste bei der Einfahrt in die Traverse ein Tor und war ebenfalls aus dem Medaillenrennen.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Februar 2021 um 13:00 Uhr.