Michael Gregoritsch | Bildquelle: dpa

Schalke - Gladbach 2:0 Starke Schalker siegen im West-Schlager

Stand: 17.01.2020 22:22 Uhr

Der FC Schalke 04 hat Borussia Mönchengladbach zum Rückrundenauftakt der Fußball-Bundesliga den Traum von der Rückkehr an die Tabellenspitze vermiest. Für den 2:0 (0:0)-Erfolg war vor allem die stärkere Schalker Präsenz verantwortlich - und ein Winterneuzugang.

Von Hartmut Bick

Suat Serdar (48. Minute) und der Augsburger Neuzugang Michael Gregoritsch (58.) trafen für die Gelsenkirchener, die durch ihren Siegeswillen und ihre stärkere Präsenz an diesem Freitagabend (17.01.2020) das Duell zweier spielerisch gleichwertiger Teams für sich entschieden.

S04 verbesserte sich durch den Erfolg zunächst auf Platz vier. Die Borussia, die mit einem Sieg vorübergehend wieder an die Spitze geklettert wäre, ließ bis auf kurze Phasen den entscheidenden Funken Intensität und Zielstrebigkeit vermissen.

"Wir waren nicht gut genug, um Schalke vor Schwierigkeiten zu stellen. Wir haben die Räume nicht gefunden, waren nicht schnell genug. Schalke war klar besser", sagte Gladbachs Torhüter Yann Sommer im ZDF.

Harit nicht dabei

Die Schalker hatten schon vor dem Anpfiff eine Hiobsbotschaft zu verkraften: Mit Amine Harit musste einer der wichtigsten Akteure wegen Oberschenkelproblemen passen. Der marokkanische Mittelfeldspieler hatte in der Hinrunde mit sechs Toren und vier Vorlagen geglänzt.

Dafür stand Winter-Neuzugang Michael Gregoritsch in der Startelf von Trainer David Wagner. Bei Gladbach saßen Kapitän Lars Stindl und Christoph Kramer zunächst nur auf der Bank. Der Tabellenzweite startete dennoch offensiv: In Alassane Pléa, Marcus Thuram, Patrick Herrmann und dem Ex-Schalker Breel Embolo standen vier nominelle Angreifer in der Gladbacher Startelf.

Und so setzten die Gäste vor 62.271 Zuschauern in der ausverkauften Schalker Arena auch fast folgerichtig den ersten offensiven Akzent: Einen Pléa-Schlenzer lenkte Schalkes Torhüter Markus Schubert effektvoll, aber ohne größere Probleme über die Latte (5.). Nur eine Minute darauf zwang Gregoritsch Schuberts Gegenüber Sommer zur Demonstration seines ganzen Könnens: Aus gut fünf Metern parierte der Gladbacher Keeper einen Schuss des Schalker Neuzugangs mit hochgerissener Hand und einem Riesenreflex.

Sommer hält die Null fest

Überhaupt Sommer: Dem Schweizer hatten es die Gäste vor allem zu verdanken, dass nach 45 Minuten noch die Null stand. Dem Reflex gegen Gregoritsch ließ Sommer noch eine starke Fußabwehr gegen einen Flachschuss von Alessandro Schöpf (15.) und eine weitere Rettungstat im Eins-gegen-eins mit Benito Raman (28.) folgen.

In einer zwar intensiven, temporeichen, aber auch von zahlreichen Ballverlusten und Fehlpässen geprägten ersten Hälfte erspielte sich "Königsblau" nach starkem Gladbacher Auftakt ein Übergewicht, ehe die Gäste vom Niederrhein in der letzten Viertelstunde ihren Rhythmus gefunden hatten.

Fast folgerichtig hatte die Borussia ihre beste Gelegenheit in der 37. Minute, als Gregoritsch einen Kopfball von Thuram ebenfalls per Kopf von der Linie beförderte. Der Augsburger Neuzugang war es auch, der auf Schalker Seite die einprägsamsten Aktionen zeigte, vor allem in der Offensive strahlte Gregoritsch permanent Gefahr aus. Sein Kopfball knapp neben den rechten Pfosten bildete den Schlusspunkt der ersten Hälfte (45.+1).

Paukenschlag zu Beginn der zweiten Hälfte

Der zweite Abschnitt begann dann mit einem Paukenschlag: Erst drei Minuten waren absolviert, als Serdar ungehindert durch die Gladbacher Hälfte spazieren durfte. Gegen den anschließenden, platzierten Flachschuss direkt neben den rechten Pfosten war dann auch Sommer machtlos (48.). Es dauerte exakt zehn Minuten, ehe die Gastgeber zum zweiten Mal für ihre stärkere Präsenz belohnt wurden. Einen Schalker Konter über Serdar und Raman schob Gregoritsch zu seinem ersten Treffer im Schalker Trikot ein (58.). "So erträumt und wünscht man sich den Einstand", sagte Gregoritsch im ZDF.

Die Gäste vom Niederrhein intensivierten in der Folge zwar ihre Offensivbemühungen, münzten die aber seltenst in klare Chancen um. Die gefährlichste resultierte bezeichnenderweise aus einem Flachschuss Thurams, den Schubert im Schalker Tor aber parierte. Pfiffe oder Unmutsbekundungen der Fans gegen den nach der Saison zu den Bayern abwandernden Schalker Torwart Alexander Nübel blieben übrigens aus. Die etatmäßige Nummer eins saß wegen seiner Rotsperre auf der Tribüne und sah eine souveräne Leistung seines Stellvertreters und designierten Nachfolgers Schubert.

Schalke nun gegen die Bayern

Die Gastgeber verlegten sich am Ende vornehmlich darauf, die Borussia möglichst weit von ihrem Tor fernzuhalten. Ein Rezept, dem Gladbach bis zum Schlusspfiff nichts entgegenzusetzen hatte.

Schalke reist am nächsten Spieltag zum FC Bayern (25.01.2020), schon einen Tag zuvor empfangen die Gladbacher den 1. FSV Mainz 05.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. Januar 2020 um 23:00 Uhr.

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