Ski-Alpin - der 1. Lauf der Frauen im Riesenslalom von Sölden | WDR/ Getty Images

Riesenslalom in Sölden Shiffrin feiert 70. Weltcup-Sieg

Stand: 23.10.2021 14:17 Uhr

Die Schweizerin Lara Gut-Behrami und Mikaela Shiffrin lieferten sich im Riesenslalom von Sölden ein spannendes Duell. Nur zwei Hundertstel trennten die beiden im ersten Durchgang - und sie lieferten sich auch im Finale einen spannenden Fight. Marlene Schmotz fuhr immerhin einen dritten Startplatz für den DSV in den kommenden Rennen ein.

Sportschau

Was für ein Auftakt: In beiden Läufen präsentierte sich das Bergpanorama rund um den Rettenbachferner bei strahelndem Sonnenschein - optimale Bedingungen für den alpinen Weltcup-Auftakt. Bei einer sehr direkt gesteckten Ausfahrt aus dem Steilhang waren Mut und Aggressivität der Starterinnen gefragt.

Shiffrin und Gut-Behrami dominieren in Sölden

Und das setzte Mikaela Shiffrin am besten um. Die US-Amerikanerin fuhr gemeinsam mit Lara Gut-Behrami in einer eigenen Liga. Über eine Minute vor der Dritten, Petra Vlhova, holte Shiffrin im Zielhang noch 14 Hundertstel auf die Schweizer Konkurrentin heraus und den 70. Weltcup-Sieg.

Fahrfehler verhindert Comeback-Märchen für Brunner

Beim ÖSV hatte Stephanie Brunner die Sportschau-Kommentatoren Bernd Schmelzer und Felix Neureuther im ersten Lauf staunen lassen. Nach drei Kreuzbandrissen innerhalb von eineinhalb Jahren folgte in der eigentlichen Comebacksaison 2020/21 gar eine weitere Operation am Fuß. Um so mehr überraschte die 27-Jährige auf dem steilen Gletscher mit einer aggressiven Fahrt im ersten Durchgang. Im zweiten Durchgang patzte die ÖSV-Fahrerin leider und verschenkte einen Top-Ten-Platz.

Teamkollegin Katharina Liensberger (4.) fiel im zweiten Lauf auch ganz knapp hinter die Slowakin Petra Vlhova (3.) zurück - dennoch ein ordentlicher Auftakt für den ÖSV.

Favoritinnensterben in Sölden

Viele andere Favoritinnen hatten ihren Auftakt dagegen schon im ersten Lauf verpatzt. Den schwierigen Hang auf 3.000 Meter Höhe haben die Athletinnen selten bei so perfekten Bedingungen erlebt. Vor allem die Italienerinnen hatten sich daher arg verschätzt:

Federica Brignone und Sofia Goggia waren den ersten Durchgang viel zu passiv angegangen. Brignone wollte dann im zweiten Durchgang zu viel und schied, nachdem sie an einem Tor hängen geblieben war, aus. Für die erste negative Überraschung hatte die Teamkollegin Marta Bassino bereits im ersten Lauf gesorgt.

Die beste Riesenslalomfahrerin der vergangenen Saison leistete sich einen klassischen Fahrfehler und schied aus. Auch Elena Curtoni war nach einem Innenskifehler schon am Morgen ausgeschieden. Und so stand für die Italienerinnen am Ende nur ein 16. Platz von Goggia zu Buche.

Tessa Worley - Sölden-Siegerin von 2018 - konnte nach einem passiven ersten Durchgang immerhin im zweiten ihre Klasse zeigen - am Ende steht Platz acht.

Tviberg und Tilley überraschen

Noch besser als die Französin stand die Norwegerin Maria Therese Tviberg auf dem Ski. Die 27-Jährige zeigte sich enorm eng an den Toren und fuhr auf dem steilen Hang am Rettenbachferner auf Platz fünf nach vorn. Zuvor hatte die Britin Alex Tilley mit Startnummer 40 und einem Traumlauf im Finale überzeugt. Sie machte von Rang 24 acht Plätze gut.

Marlene Schmotz mit Luft nach oben

Ähnliches gelang Marlene Schmotz leider nicht. Die Startnummer 33 hatte sich mit einer soliden Fahrt für den zweiten Lauf qualifiziert. Nach frechem Start wurde sie im mittleren Abschnitt allerdings deutlich zu passiv. Mit weiter Linie verlor sie Zehntel um Zehntel und fiel ans Ende des Feldes zurück.

Nach dem zweiten Kreuzbandriss im Januar 2020 gibt es in Sölden aber immerhin Weltcup-Punkte - und damit auch einen dritten Startplatz für die DSV-Frauen. Andrea Filser hatte sich mit Startnummer 48 leider schon im ersten Lauf zu viele Fahrfehler geleistet und den zweiten Durchgang verpasst.

Kritik am Rennkalender - auch von Felix Neureuther

Der frühe Weltcup-Auftakt in Sölden soll Lust auf die kommende Saison machen, bei traumhaften Bedingungen auf dem Rettenbachferner gelang das auch. Doch es gibt seit Jahren auch Kritik. "Es stellt sich wieder die gleiche Frage: Muss es denn wirklich sein, dass man so früh in eine Weltcup-Saison startet? Reicht nicht auch einen Monat später?", sagte Sportschau-Experte Felix Neureuther zuletzt.

Morgen geht's weiter

Die Männer gehen am Sonntag (24.10.) um 10 und um 13:30 Uhr auf den Gletscher. Die Sportschau zeigt den ersten Durchgang wieder ab 9.55 Uhr im Livestream mit Felix Neureuther und Bernd Schmelzer und im Ticker. Der zweite Lauf wird um 13.15 Uhr live im Ersten übertragen.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Oktober 2021 um 18:00 Uhr.