Szene eines Tumults beim Champions-League-Spiel Paris gegen Istanbul | IAN LANGSDON/EPA-EFE/Shutterstoc

PSG gegen Istanbul Spielabbruch wegen Rassismus-Vorwurf

Stand: 09.12.2020 00:01 Uhr

Das Champions-League-Spiel zwischen Paris St. Germain und Istanbul Basaksehir wird am Mittwoch (18.55 Uhr) fortgesetzt, nachdem es wegen einer angeblichen rassistischen Äußerung des Vierten Offiziellen aus Rumänien unterbrochen worden war.

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Das teilte die Europäische Fußball-Union nach Gesprächen mit beiden Klubs mit. Mit einem neuen Schiedsrichtergespann sollen die verbleibenden Minuten gespielt werden. "Eine gründliche Untersuchung des Vorfalls" werde unverzüglich eingeleitet, hieß es weiter. Zuvor hatte Basaksehir auf Twitter bereits angekündigt: "Unsere Spieler haben beschlossen, nicht mehr auf das Spielfeld zurückzukehren."

Erklärungsversuch mit der rumänischen Sprache

In der 14. Minute kam es im Pariser Prinzenpark zum Eklat. Das Schiedsrichtergespann hatte Basaksehirs Assistenzcoach Pierre Webó wegen unsportlichen Verhaltens auf die Tribüne geschickt. Bei diesem Vorgang soll das Wort "negro" oder "negru" gefallen sein, dies warfen Istanbuls Offizielle dem rumänischen Schiedsrichter lautstark vor, wie deutlich über die Außenmikrofone zu hören war.

Heftige Diskussionen zwischen den UEFA-Verantwortlichen und den Istanbulern | abaca | Niviere David

Heftige Diskussionen zwischen den UEFA-Verantwortlichen und den Istanbulern Bild: abaca | Niviere David

Das Schiedsrichtergespann wurde angeführt von Ovidiu Hategan, als Vierter Offizieller stand Sebastian Coltescu an der Seitenlinie. Nach minutenlanger Diskussion verließen die Mannschaften nach offiziell gespielten 22:30 Minuten geschlossen das Feld. Coltescu bestritt offenbar den Gebrauch des Wortes nicht, erklärte aber, er habe damit in seiner rumänischen Landessprache nur den Co-Trainer identifizieren wollen.

Protest auch von Demba Ba

Warum er das Wort benutzt habe, fragte auch der frühere Hoffenheimer Bundesligaprofi Demba Ba den Vierten Offiziellen. Ba saß zunächst auf der Bank von Basaksehir. Webó, Ba und andere waren anschließend zu hören, wie sie lautstark darauf hinwiesen, dass die Schiedsrichter bei einem weißen Spieler auch nicht "der Weiße" gesagt hätten, um diesen zu identifizieren.

Anzeigetafel in Paris | AP / Francois Mori

Anzeigetafel in Paris Bild: AP / Francois Mori

Die UEFA hatte zunächst mitgeteilt, "dass nach Rücksprache mit beiden Mannschaften vereinbart worden sei, "das Spiel mit einem anderen Vierten Offiziellen wieder aufzunehmen". Allerdings tat sich auf dem Rasen nichts. Später packten die Spieler in den Katakomben ihre Taschen und verließen das Stadion.

Leipzig im Achtelfinale

Beide Teams spielen in Gruppe H, in der RB Leipzig das Weiterkommen durch das 3:2 (2:0) gegen Manchester United unabhängig vom Ausgang des Spiels in Paris klarmachte.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Dezember 2020 um 23:48 Uhr.