Werder feiert den Sieg gegen Paderborn | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/POOL/EPA-EFE/Sh

5:1-Sieg gegen Paderborn Bremen setzt Zeichen im Abstiegskampf

Stand: 13.06.2020 20:01 Uhr

Mit einem klaren Sieg beim SC Paderborn hat Werder Bremen ein Zeichen im Abstiegskampf gesetzt. Das Team gewann am 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 5:1 und ist jetzt wieder nah dran an Platz 16.

Der plötzlich torhungrige Traditionsklub Werder Bremen schöpft neue Hoffnung, der Abstieg des Bundesliga-Schlusslichts SC Paderborn ist hingegen praktisch besiegelt. Die stark gefährdeten Hanseaten von Trainer Florian Kohfeldt ließen beim 5:1 (3:0) im Abstiegsgipfel in Ostwestfalen ihre Offensivflaute hinter sich und dürfen nun punktgleich mit Fortuna Düsseldorf im Kampf um den Klassenerhalt wieder hoffen. Der Werder-Coach machte dennoch aus dem Sieg nicht viel Aufhebens: "Wir haben gewonnen - nicht mehr und nicht weniger", sagte der Trainer am Sportschau-Mikrofon, "jetzt fahren wir nach Hause und bereiten uns auf die Bayern vor. Wir werden in den letzten drei Spielen noch genug Druck haben."

Davy Klaassen per Kopf (20.) und Fuß (39.) sowie Yuya Osako (34.), Maximilian Eggestein (59.) und der eingewechselte Rückkehrer Niclas Füllkrug (90.+2) trafen für das bis dato ungefährlichste Liga-Team, das gegen die Paderborner mehr Treffer als in den vorherigen sechs Partien seit dem Restart erzielte (drei Tore). Abdelhamid Sabiri (66.) verkürzte noch für den Aufsteiger. "Wenn du in einer Endspielsituation bist, dann muss ich mehr erwarten", zeigte sich Paderborns Coach Steffen Baumgart am Sportschau-Mikrofon sichtlich genervt, "wir haben Fehler gemacht und die müssen wir aufarbeiten."

Paderborn kämpft wacker

Der wacker kämpfende SCP hat drei Spieltage vor dem Saisonende nur noch sehr theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Das rettende Ufer ist nicht mehr erreichbar, der Tabellen-16. Düsseldorf nur auf dem Papier noch einholbar. Es droht der zweite Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte.

Zingerle pariert Elfmeter von Rashica

Der Vorletzte Werder startete bei schwülen Temperaturen engagiert. Die Gäste hatten mehr Spielanteile, Paderborn lauerte auf Konterchancen. Beide Teams agierten zunächst sehr ungenau, ehe Werder sich steigerte und vor allem über die Außenbahnen gefährlich wurde. Als dem Paderborner Außenverteidiger Jamilu Collins der Ball im Sechzehner an die Hand sprang, entschied Schiedsrichter Christian Dingert zu Recht auf Handelfmeter. Startelf-Rückkehrer Rashica, der vor dem Anpfiff 14 Spiele lang keinen Treffer erzielt hatte, scheiterte mit seinem halbhohen Linksschuss an SCP-Schlussmann Leopold Zingerle (20.).

Gjasula "knackt" Rekord

Der nächste Angriff saß aber: Klaassen köpfte eine Hereingabe sehenswert über Zingerle hinweg ins lange Eck und Kohfeldt stieß an der Seitenlinie eine Faust in den Himmel. Zwar verzeichneten auch die Gastgeber durch Bundesliga-Debütant Jan-Luca Rumpf (26.) einen Abschluss, Werder beeindruckte das aber nicht. Das Kohfeldt-Team spielte mutig nach vorne und nutzte seine Chancen: Erst staubte Osako nach einem Abschluss des auffälligen Joshua Sargent ab, dann erhöhte Klaassen mit einem starken Volleyschuss. Dass Abräumer Gjasula in der 32. Minute nach seiner bereits 17. Gelben Karte Thomas Hajto in der Statistik überflügelte und einen Bundesliga-Rekord für die meisten Verwarnungen in einer Spielzeit aufstellte, geriet angesichts der effizienten Werder-Vorstellung beinahe in den Hintergrund.

Paderborn zu Beginn der zweiten Halbzeit stärker, Bremen trifft

Mit dem einsetzenden Platzregen nach der Pause fingen sich die Gastgeber etwas. Der SCP wurde etwas besser, doch das nächste Tor erzielte Werder. Eggestein verwertete einen Abpraller zum 4:0 und sorgte damit eine halbe Stunde vor dem Ende für die endgültige Entscheidung. Der designierte Absteiger aus Paderborn kämpfte zwar weiter, doch es reichte nur noch für den Ehrentreffer durch den eingewechselten Sabiri.

In den Schlussminuten feierte Bremens Stürmer Füllkrug sein Comeback nach einem Kreuzbandriss und fast genau neun Monaten Pause. Und er setzte mit seinem Tor in der Nachspielzeit den Schlusspunkt. "Ich habe mir schon ausgemalt, dass ich nochmal treffe", freute sich der Torschütze in der Sportschau.
Nach dem Abpfiff gab es noch einen Grund zum Jubel, als die Kunde vom späten 1:0 von Borussia Dortmund in Düsseldorf die Runde machte.

Bremen jetzt gegen Bayern

Bremen hat am kommenden Spieltag eine Herkules-Aufgabe vor der Brust. Das Team muss am Dienstag (16.06.2020) gegen den FC Bayern München ran. Der SC Paderborn spielt dann bei Union Berlin.

Quelle: sportschau.de

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Juni 2020 um 17:45 Uhr.

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